Vollmond am 08.04.2020 um 04:35 Uhr

 

Ein Vollmond in größtmöglicher Erdnähe, der uns bei klarem Wetter riesig erscheinen kann. Er steht auf 18 Grad 43 im Zeichen Waage gegenüber der Sonne auf gleichem Grad im Zeichen Widder. Diese Achse bildet ein herausforderndes Quadrat zur Jupiter/Pluto-Konjunktion in Steinbock nahe der Mars/Saturn-Konjunktion Anfang Wassermann. Die Konstellation des Vollmondes betont die Häuserachse 2/8, die sogenannte Werte-Achse. Auf der Ebene der Tierkreiszeichen stehen Themen der Ich-Werdung (Widder), des persönlichen Ausdrucks und Wachsens, der Begegnung mit dem Du (Waage) in Beziehungen aller Art im Vordergrund. Durch die Häuserbetonung spielt das vor allem bei Fragen des eigenen Werteverständnisses im Hinblick auf die Werte anderer Menschen eine Rolle. Die Konjunktion von Jupiter und Pluto im Steinbock war am 5. April zum ersten Mal in diesem Jahr exakt, wodurch Themen von Abhängigkeiten, Machtansprüchen, Ohnmachtsgefühlen und Umwälzungen, ebenfalls aber auch Glaubensfragen, innere und äußere Grenzen und ein fast unerschütterlicher Optimismus hinzukommen. Auf diesem recht weiten Feld tummeln sich die Ereignisse dieser Tage und prägen je nach persönlichen Vorlieben und Sichtweisen unsere Welt.

 

Interessant finde ich das Aspektbild in der Mitte dieses Vollmondhoroskops, das mir wie ein Segelboot in bewegter See erscheint, das versucht, irgendwie die Balance zu halten. Der Waagemond könnte das Boot an der Spitze eines Segelmastes stabilisieren. Die anzusteuernde Richtung geben die Planeten Jupiter und Pluto im Steinbock sowie Saturn und Mars im Wassermann oberhalb des Aszendenten vor. Neuordnungen (Saturn in Wassermann) sollen aktiv (Mars) angegangen werden zum Wohle der Gesellschaft (Steinbock), um uns aus Abhängigkeiten (Pluto) zu befreien und durch das Überschreiten innerer Grenzen zu größerer Freiheit (Jupiter) in Verantwortung für das Gesellschaftssystem (Steinbock) zu finden.

 

Weil ich in Beratungen und Gesprächen immer wieder erlebe, wie groß die Verunsicherung und Ratlosigkeit in dieser Zeit ist, möchte ich hier einige Überlegungen teilen, die vielleicht dazu beitragen können, die augenblickliche Situation etwas klarer zu sehen. Wir haben es vor allem mit kollabierenden Systemen zu tun. Das betrifft zunächst die Gesundheitssysteme in aller Welt, die durch das virale Geschehen an den Rand der Überlastung (oder bereits darüber hinaus) kommen. Der Grund dafür ist vor allem eine seit langer Zeit geübte Sparpraxis, um Gewinne zu erzielen, mindestens aber keine zusätzlichen Kosten tragen zu müssen. Wir sehen nun, dass uns dieses Denken ruiniert, weil Ressourcen, die im Notfall gebraucht werden, nicht mehr zur Verfügung stehen. Zu vergleichen ist das mit dem Immunsystem des Körpers bei uns Menschen. Auch hier braucht es Investitionen in gute Lebensmittel für unsere Ernährung, ausreichende Erholung in der Natur, angemessene Pausen wie z. B. Schlaf und last not least viele freudige Erlebnisse in unserem Alltag. All diese Komponenten haben einen großen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit unseres Körpers, insbesondere des Immunsystems. Das Fehlen eines oder mehrerer Parameter wird früher oder später eine Abwehrschwäche hervorrufen, die uns anfällig macht gegen Eindringlinge jeder Art. Wir sind dann unserer natürlichen Abwehrkräfte beraubt und werden krank. Als Folge eines nicht funktionierenden Abwehrsystems versagt letztlich der gesamte Organismus, weil er dem Virenangriff nichts entgegenzusetzen hat.

 

Ich erwähnte bereits, dass dieses neue Virus offensichtlich von Wildtierpopulationen aus Regenwaldgebieten stammte. Solange diese einzelnen Tierarten miteinander auf relativ engem Raum lebten und deshalb die Populationen begrenzt blieben, gab es keine Probleme. Dadurch, dass der Mensch mit der Zeit die Artenvielfalt dezimiert hat durch Abholzung von Regenwaldarealen und Umwidmung in landwirtschaftliche Nutzflächen, starben viele Tierarten aus, was dazu führte, dass die überlebenden Populationen stark anwuchsen. Damit vermehrten sich auch die für diese Arten spezifischen Viren übermäßig. Das Überschreiten der Tier-Mensch-Schranke geschah wohl durch das Verspeisen dieser Wildtiere (z. B. Affen) und unzureichender Garvorgänge bei der Zubereitung ihres Fleisches. Da es auch in diesem Virensystem vor allem auf die Vermehrung ankommt, war mit dieser Überschreitung der dann auch erfolgten Pandemie Tür und Tor geöffnet. Auslöser dieser Fehlentwicklungen war nicht die Natur, sondern sich maßlos überschätzende Menschen.

 

In allen drei Beispielen sind Menschen die Verursacher des Kollabierens der Systeme, und auch nur Menschen können hier beisteuern. Es ist keine Strafe (wie ich das vor kurzem von einem Kirchenmann hörte), es ist wohl auch kaum eine Verschwörung, wie man es im Netz in unzähligen Varianten lesen und hören kann. Dem menschlichen Verhalten, das anfällig ist für ein „Immer mehr, immer höher“, sind nun Grenzen gesetzt (Saturn) und in aller Deutlichkeit die Konsequenzen (Saturn) seines Verhaltens aufgezeigt worden. Das hört sich grausam an, wenn wir es mit unserem menschlichen Denken betrachten. Die Grausamkeit liegt aber bereits in dem Verhalten, das diese Spirale überhaupt erst in Gang setzte. Die gute Nachricht: Wir können (und müssen) diese Spirale unterbrechen und neue Wege gehen! So verstehe ich die Botschaft, die uns vermittelt wurde. Ja, es wird sicher kein Zuckerschlecken werden, ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass es uns gelingen wird, wenn Jede/r an seinem Platz in diese Richtung geht. Saturn/Pluto wird es gefallen, und Jupiter stärkt unseren Glauben an die Kraft, die wir gemeinsam entwickeln können. Bleiben Sie deshalb gesund und froh!

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

Neumondhoroskop für München
Neumondhoroskop für München

Neumond am 24.03.2020 um 10:28 Uhr

 

Sonne und Mond treffen sich zu diesem Neumond auf 4 Grad 12 im Widderzeichen in enger Konjunktion mit Chiron auf 5 Grad 17 und Lilith auf 6 Grad 23 Widder. Saturn ist am 22. März 2020 zu einer Stippvisite in sein zukünftiges Refugium gezogen und befindet sich zum Neumond auf 0 Grad 09 Wassermann. Damit hat er sich aus der engen Konjunktion von Jupiter auf 23 Grad 23 Steinbock, Pluto auf 24 Grad 44 Steinbock und Mars auf 25 Grad 31 Steinbock befreit und gewöhnt sich für ein gutes Vierteljahr an seine neue Umgebung. Am 02.07.2020 wird er in der Rückläufigkeit noch einmal in den Steinbock zurückkehren und am 17.12.2020 endgültig in das Wassermannzeichen übersiedeln. Die Mondknotenachse auf 3 Grad 49 Krebs/Steinbock ist fast identisch mit der AC/DC-Achse. Der aufsteigende Mondknoten liegt am Aszendenten und der absteigende am Deszendenten. Ein treffendes Bild für die Verpflichtung, weitestgehend zuhause zu bleiben (Krebs) aus Verantwortung uns selbst und anderen Menschen gegenüber (Steinbock).

 

Zur Erinnerung möchte ich einige Passagen aus meinem Artikel zur Saturn/Pluto-Konjunktion am 12.01.2020 zitieren: „ … Dass aller Anfang nicht nur schwer ist, sondern oft auch im Chaos beginnt, zeigt uns das Aspektbild mit ausnahmslos offenen Strichen, die sich kreuz und quer fast orientierungslos über die Mitte des Horoskops ziehen.“ Es wird wohl inzwischen Jede/r zustimmen, dass wir uns ab dem Auftreten der ersten bekannt gewordenen Covid-19-Fälle Anfang Januar in China in einem fortschreitenden Chaos befinden. Seit dem letzten Vollmond am 09.03.2020 wird nun eine Struktur erkennbar, der dann auch schnell entsprechende Verfügungen der Politik folgten und noch folgen werden. Dass hier Saturn das Sagen hat, zeigt das nächste Zitat: „Saturn ist in erster Linie ein überpersönlicher Planet, was bedeutet, dass es vor allem um das Wohl der Gruppe geht, zum Beispiel die Familie, der Freundeskreis, die Kollegen in der Arbeitsstelle, aber auch das Wohl einer Firma oder Organisation. Hier endet im Zweifel das Recht des Einzelnen, wenn dadurch das Bestehen oder Wohlergehen einer Gruppe gefährdet wird.“ Völker, Staaten, Länder und damit auch die ganze Welt gehören natürlich ebenfalls zu diesen Gruppen.

 

Dass wir schneller, als sich die meisten Menschen das hätten vorstellen können, in Saturns Reich angekommen sind, zeigt unsere augenblickliche Situation. Der Staat (Saturn) greift zum Schutze aller in bis jetzt nicht gewohnter Weise in unsere Grundrechte (Saturn) ein, schränkt unser aller Leben teils massiv ein (Saturn), um die Ansteckungsgefahr in diesem neuen Virusgeschehen (Neptun/Uranus) so weit wie möglich zu steuern und dadurch zu minimieren. Wir sind gezwungen, zu den meisten Mitmenschen eine körperliche Distanz (Saturn/Venus) einzuhalten, die vielen Menschen befremdlich erscheint. Parallel dazu wächst eine große virtuelle Nähe über das Internet und alle sozialen Netzwerke, die möglicher Einsamkeit entgegenwirken kann. Damit befinden wir uns nun im Bereich des Wassermannzeichens, dem zukünftigen Domizil von Saturn.

 

In Bezug auf Pluto schrieb ich: „Pluto stellt uns große Kraftreserven zur Verfügung, die im Zusammenhang mit saturnischen Lebensthemen hilfreich eingesetzt werden können. Sträuben wir uns jedoch, diese Veränderungsprozesse zu akzeptieren, dann müssen sie von außen an uns herangetragen werden, wo wir zum Beispiel mit dem Themenpaar Macht/Ohnmacht als Täter oder Opfer konfrontiert werden könnten.“ Wir erleben nun, dass in unser „Weiter so“ ein machtvolles Virus hereinplatzt (Täter), dem wir weitestgehend ohnmächtig ausgeliefert sind (Opfer). Dabei ist es interessant, über Viren etwas mehr zu wissen. Sonntag brachte das ZDF eine hochinteressante Dokumentation mit dem Thema „Welt der Viren“. Dort wurde von Wissenschaftlern und Forschern darauf hingewiesen, dass der sich zunehmend verringernden Anzahl von Tierarten im Regenwald ein großer Anteil am Entstehen neuer, gefährlicher Viren zugeschrieben wird. Wenn wir dieser These folgen, dann werden wir gerade von unseren eigenen Sünden eingeholt. Ein weiteres Beispiel für die saturnische Komponente, die gegensteuern muss, wenn durch verantwortungsloses Handeln die Lebensgrundlagen anderer Wesen zerstört oder beschädigt wird.

 

Als eine Art Ausblick schrieb ich weiterhin: „Es kostet vielleicht Anstrengung, die Themen, die uns dieser Epochenwechsel aufgibt, zu lösen, aber es wird uns weiterbringen und zufriedener machen. Wir sind am Ende nicht mehr die, als die wir begonnen haben.“ Das große Thema, das es zu lösen gilt, handelt davon, wie wir mit unseren Lebensgrundlagen,  Mitmenschen, Tieren, Pflanzen und der gesamten Schöpfung umgehen. Es ist die Frage nach unseren Werten, nach unserem ethischen Grundprinzip, auf das wir unser eigenes Leben ausrichten wollen. Nachbarschaftshilfe zum Schutz von Risikogruppen, Betreuung von Kindern, deren Schulen und Kitas geschlossen werden mussten, Kulturangebote übers Internet, um Einsamkeit vorzubeugen – dies alles sprießt gerade aus dem Boden wie die Frühlingsblüher im Garten. Eine schöne Gelegenheit, uns als Gärtnerinnen und Gärtner zu betätigen, die diese kleinen Pflänzchen hegen und pflegen, damit sie groß genug sind, wenn die kollektive Krise vergangen ist und wir hoffentlich ein neues Leben beginnen können. Deshalb: Bleiben Sie in diesen Tagen voller Zuversicht, gesund und behütet!

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

Vollmondhoroskop für München
Vollmondhoroskop für München

Vollmond am 09.03.2020 um 18:48 Uhr

 

Ein Vollmond mit unterschiedlichen Einzelaspekten, die wichtig für unsere weitere Entwicklung sind infolge der im Januar stattgefundenen Saturn/Pluto-Konjunktion! Die Sonne auf 19 Grad 37 steht gemeinsam mit Neptun auf 18 Grad 26 im Zeichen Fische, der Mond in Opposition zur Sonne auf 19 Grad 37 im Zeichen Jungfrau. Diese Konstellation zeigt an, dass sowohl das Analysieren und Einordnen von Fakten, als auch eine sensible, mitfühlende Haltung uns selbst und anderen Menschen gegenüber das Gebot der Stunde ist. Mächtige Mitspieler sind die vier Planeten im Steinbock, beginnend mit Mars auf 15 Grad 21, Jupiter auf 21 Grad 05, Pluto auf 24 Grad 27 und Saturn auf 28 Grad 58. Dabei erinnert uns Jupiter mit seiner Gradposition, die der epochal bedeutsamen Saturn/Pluto-Konjunktion vom 12.01.2020 entspricht, an dieses Ereignis und an die damit zusammenhängenden Aufgaben, die wir persönlich zu erledigen haben. Uranus und Venus (4 Grad 03 und 5 Grad 00) treffen sich im Stier und bilden ein Halbquadrat zu Sonne/Neptun in Fische sowie ein Anderthalbquadrat zum Mond in Jungfrau. Auch Lilith und Chiron stehen gradgenau im Widder beieinander (4 Grad 26 bzw. 4 Grad 45) und im Quadrat zur Mondknotenachse in den Zeichen Steinbock und Krebs. Ein spannungsgeladenes Vollmondhoroskop, was zu den uns täglich erreichenden Nachrichten aus aller Welt passt.

 

Die Themen reichen von der katastrophalen Situation der Flüchtlinge an der türkisch-griechischen Grenze, aber auch der Bewohner von Lesbos (Chiron/Lilith) über das Erstarken der Rechtsnationalisten in vielen Ländern (Mars/Jupiter/Pluto/Saturn) bis zur Mutation des Corona-Virus‘ und deren Folgen (Neptun/Uranus), die zurzeit die Weltwirtschaft beeinträchtigen, zu Schwankungen an Aktienmärkten führen und die Reise- und Bewegungsfreizügigkeit für viele Menschen teils stark beschränken. Trotz einer Fülle an Informationen (oder eher genau deswegen?) herrscht große Unklarheit bei Betroffenen, Ärzten, Wissenschaftlern und in der Politik, wie den als massive Bedrohung empfundenen Situationen wirkungsvoll begegnet werden kann. Der bis zum 10.03.2020 rückläufige Merkur vergrößert diese diffuse Unsicherheit eher noch. Dem eigenen Seelenfrieden zuliebe sollten wir immer wieder abwägen, welche der zahlreichen Meldungen wir an uns heranlassen und welche nicht. Gerade jetzt bestätigt sich wieder, dass viele Informationen nicht zwingend viel Klarheit bedeuten.

 

Aufgeregtheit steckt an, erzeugt weitere Ängste, die mit dem ursprünglichen Anlass nur noch wenig zu tun haben. Ein klassischer Selbstläufer, den wir vermeiden, wenn wir auf unsere sensiblen Wahrnehmungen konzentrieren und dem Geschrei um uns herum die Aufmerksamkeit entziehen. Nur ein Bruchteil dessen, was täglich auf uns hereinprasselt, wird für uns persönlich relevant sein. Einen klaren Kopf behalten, hilft bei Entscheidungen, die ich als Seelenhygiene bezeichne: Fernseher ausschalten, wann immer es geht; statt ganzer Zeitungsartikel reichen oft Schlagzeilen aus, um die relevanten Dinge im Blick zu behalten; nicht alle erreichbaren Quellen müssen gelesen, gesehen oder gehört werden. Last not least sollten wir uns selbst immer wieder etwas Gutes tun, aus dem wir Kraft schöpfen können. Das darf gerne auch Sachertorte mit Schlagsahne sein!

 

Diese anspruchsvolle Zeitqualität zu beobachten, kann uns ungeahnte Einblicke geben. In den letzten Tagen wurde zum Beispiel gemeldet und mit Satellitenfotos belegt, dass sich aufgrund der Einschränkungen der Produktionskapazitäten in China die dortige Luftqualität erheblich verbessert hat. Wer hätte gedacht, dass wir so schnell die Gelegenheit bekommen, unabhängig von Wissenschaftlern derartige Beobachtungen zu machen, die hoffentlich als Grundlage für weitere Klimaschutzverhandlungen sein werden.

 

Wie die Lehren aussehen können, wenn wir hoffen, dass der Kelch an uns vorübergeht und wir die Aufrufe zu Veränderungen einfach überhören dürfen, zeigen uns die Geschehnisse im Zuge der Verbreitung des Coronavirus. Zunächst wird überdeutlich, dass die Vorstellung, uns wirksam hinter unsere schützenden Ländergrenzen zurückzuziehen, eine Illusion ist. Viren überschreiten – unsichtbar und nicht zu verfolgen – alle Grenzen, auch die politischen. Wir sind also gezwungen, uns als Einheit mit den Menschen anderer Länder zu begreifen und gemeinsam zu handeln. Außerdem wird uns vor Augen geführt, dass unser Glaube an ein unbegrenztes Wachstum innerhalb kürzester Zeit entzaubert wird. Leere Regale in Apotheken und Supermärkten, Lieferengpässe und –ausfälle aufgrund von Just-in-time-Lieferabsprachen und der Verlagerung von Produktionskapazitäten in das billigere China führen uns vor Augen, wie abhängig wir uns gemacht haben vom Wohl und Wehe anderer Länder und Regierungen. Nun dürfen wir überraschend unfreiwilligen Verzicht üben – für die meisten jetzt lebenden Menschen ein unbekanntes Gefühl.

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

 

Horoskop für München erstellt
Horoskop für München erstellt

Saturn/Pluto-Konjunktion im Steinbockzeichen am 12. Januar 2020

um 18:00 Uhr

 

Man kann der Verantwortung für morgen nicht entkommen,

 indem man sich ihr heute entzieht.

                       (Abraham Lincoln)

 

Nun ist sie da, die von Vielen sehnsüchtig bis angstvoll erwartete Konjunktion von Saturn und Pluto als Beginn einer neuen Epoche! Heute, am 12. Januar 2020, treffen sich beide Planeten um 18:00 Uhr auf 22°46 im Tierkreiszeichen Steinbock. Dazu gesellt sich die Sonne auf 21°56‘ und Merkur auf 23°14 Steinbock, so dass wir es mit einem enggestellten Stellium mit hoher Energie zu tun haben. Für Neuanfänge, die jede Konjunktion begleiten, stellt dies eine gute Ausgangsbasis dar. Dass aller Anfang nicht nur schwer ist, sondern oft auch im Chaos beginnt, zeigt uns das Aspektbild mit ausnahmslos offenen Strichen, die sich kreuz und quer fast orientierungslos über die Mitte des Horoskops ziehen. Das Zusammenspiel klappt scheinbar noch nicht so gut, es muss erst gefunden werden.

 

Die letzte Konjunktion fand im Jahre 1982 auf 26°Waage statt, die letzte Konjunktion im Steinbockzeichen jedoch bereits vor 502 Jahren. Zu dem Zeitpunkt formulierte Martin Luther seine revolutionären Thesen gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche, schlug sie öffentlich an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg und löste damit gewaltige Umbrüche in Kirche und Staat aus. Wer mit offenen Augen schaut, wird eine dem Wesen nach ähnliche Situation in der Gegenwart erkennen, die jedoch nicht auf unser kleines Land begrenzt ist. Dank der modernen Kommunikationskanäle werden wir täglich Zeuge von Naturkatastrophen, Unruhen, Kriegen und „schwerer See“ rund um den Globus. Früher war es die Sklavenhaltung und Politik der Feudalherren, die unsägliches Leid über große Teile der Menschheit brachten. Heute nimmt diesen Platz die weltweite Politik der Globalisierung ein, die Menschen hungern lässt, die die Ausbeutung der Bodenschätze in nie geahnter Hektik vorantreibt, so dass sich viele Menschen gezwungen sehen, ihr Heimatland zu verlassen, um anderenorts wenigstens eine kleine Chance auf Nahrung, Bildung und Arbeit zu haben.

 

Alle Zeichen stehen auf Veränderung, was zusätzlich dadurch befeuert wird, dass Uranus gestern, am 11. Januar 2020 um 02:49 Uhr, seine fünfmonatige Rückläufigkeit beendet hat und nun in der Direktläufigkeit für den notwendigen Rückenwind sorgen wird. Im Horoskop der Saturn/Pluto-Konjunktion steht er auf 2°39‘ im Stierzeichen als Taktgeber ganz oben in der Himmelsmitte. In den letzten Tagen gab es genügend Gelegenheit, sich von seiner erwachenden Aktivität zu überzeugen. Ein Aspekt zum Schütze-Mars erklärt die im Hintergrund lauernde Kriegsgefahr, aktuell im Nahen Osten zwischen Iran und den USA.

 

Was kann diese Konstellation nun für uns im persönlichen Leben bedeuten? Wir assoziieren Saturn mit Selbstverwirklichung, an deren Anfang jedoch die Selbstdisziplin steht, um mit anderen Menschen in einer Gruppe leben zu können. Er steht ebenfalls für die Übernahme von Verantwortung für uns selbst und für die Menschen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Saturn ist in erster Linie ein überpersönlicher Planet, was bedeutet, dass es vor allem um das Wohl der Gruppe geht, zum Beispiel die Familie, der Freundeskreis, die Kollegen in der Arbeitsstelle, aber auch das einer Firma oder Organisation. Hier endet im Zweifel das Recht des Einzelnen, wenn dadurch das Bestehen oder Wohlergehen einer Gruppe gefährdet wird. Welcher individuelle Lebensbereich davon betroffen ist, sehen wir im jeweiligen Geburtshoroskop an der Häuserstellung, in der die große Konjunktion fällt.

 

Pluto stellt uns große Kraftreserven zur Verfügung, die im Zusammenhang mit  saturnischen Lebensthemen hilfreich eingesetzt werden können. Sträuben wir uns jedoch, diese Veränderungsprozesse zu akzeptieren, dann müssen sie von außen an uns herangetragen werden, wo wir zum Beispiel mit dem Themenpaar Macht/Ohnmacht als Täter oder Opfer konfrontiert werden könnten. Pluto, der auch als Gott der Unterwelt gilt, konfrontiert uns mit Themen wie Loslassen (von Dingen) und Beenden (von Situationen oder Ereignissen). Er fordert Bereitschaft zu lebenslanger Veränderung, damit wir weiterwachsen, uns einem höheren Bewusstsein öffnen.

 

Vor einigen Tagen hörte ich in einer Kabarettsendung eine witzige Passage zu Kreuzworträtseln: Wenn man sie nicht lösen kann, gibt es genau zwei Möglichkeiten. Man gibt sich Mühe, um die Lösung zu finden oder kauft sich ein Malbuch. Ich finde, dass dieses Beispiel perfekt unsere beiden Möglichkeiten skizziert, mit Veränderungsenergien umzugehen. Es kostet vielleicht Anstrengung, die Themen, die uns dieser Epochenwechsel aufgibt, zu lösen, aber es wird uns weiterbringen und zufriedener machen. Wir sind am Ende nicht mehr die, als die wir begonnen haben. Wählen wir den Buntstift und malen uns die Welt, wie sie uns gefällt, so ist das zwar als Kinderbuch ganz lustig. Im wirklichen Leben wird diese Methode nicht taugen, um Pluto zu überzeugen. Wir drehen uns dabei ständig um unsere eigene Achse, weichen unseren Lebensthemen aus, wobei bestenfalls ein Stillstand dabei herauskommt. Dass Stillstand aber Rückschritt bedeutet, wissen wir alle sehr gut.

 

Der Wille, etwas zu bewegen, führt uns vielleicht zu der Frage, wie wir handeln könnten? Eine Antwort habe ich bei dem großen Denker und Philosophen Immanuel Kant gefunden: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Dieser Satz, auch als kategorischer Imperativ bekannt, stellt ein ethisches Grundprinzip dar, das eine Richtschnur für alles menschliche Handeln sein könnte und sollte. Ja, das ist manchmal unbequem, aber es entspricht sinngemäß absolut dem Zusammengehen von Saturn und Pluto. Beide würden dann zwar arbeitslos – aber welch ein schöner Gedanke ist dies für die beginnende neue Epoche!

 

© Helga Eichner