Neumondhoroskop für München
Neumondhoroskop für München

Neumond am 17.09.2020 um 13:00 Uhr

 

Die Gesinnung, die der Mensch in einen Weg hineingibt, erwartet ihn am Ziel!

 

(Ingrid Zinnel)

 

Dieser Neumond steht auf 25 Grad 00‘ in der Jungfrau, dem Zeichen der Analyse, der Ordnung, des Hangs zum Perfektionismus, des Alltags, der Erwerbsarbeit und last not least den Fragen zu Gesundheit, Krankheit und Heilung. In unseren Breitengraden steht der Neumond in Konjunktion mit dem MC auf 22 Grad 49‘, wird also vor allem nach Außen in die Gesellschaft hinein wirken. Mich erinnert das Aspektbild – also die durch farbige Linien markierten Verbindungen zwischen den Planeten in der Mitte der Horoskopzeichnung – an ein pyramidenförmiges Metronom, das leicht nach links-vorne geneigt an der Sonne/Mond-Konjunktion am MC-Punkt aufgehängt ist. Die Seitenlinien bestehen aus einem blauen Trigon zu den Planeten Jupiter (17 Grad 26‘), Pluto (22 Grad 33‘) und Saturn (25 Grad 27‘) im Steinbock, einem rot gezeichneten Anderthalbquadrat zu Uranus auf 10 Grad 15‘ Stier und einem roten Quadrat zur Mondknotenachse Schütze/Zwillinge. Eine schwach ausgeprägte grüne Quinkunx-Linie besteht außerdem zur Mars/Lilith-Konjunktion auf 27 Grad 43‘ bzw. 26 Grad 12‘ Widder. Die schwachrote Linie zwischen Neumond und Neptun auf 19 Grad 23‘ Fische stellt in dieser Bildmetapher mit dem kleinen freibleibenden Mittelkreis der Zeichnung das Taktpendel dar.

 

Die Zeitqualität dieses Neumondes können wir durchaus als taktgebend ansehen, zeigt sie uns doch, dass sämtliche Planeten mit Sonne und Mond in Kommunikation sind. Wer die Aspektlinien verfolgt, sieht, dass alle Punkte bis auf Chiron direkt oder indirekt mit dem Neumond verbunden sind. Ein großes Telefonnetz, dem unterschiedliche Kräfte zugeordnet sind und angehört werden wollen. Dabei sticht dieses Mal der am 10.09.2020 rückläufig gewordene Mars in Verbindung mit Lilith besonders heraus. Am 09.09.2020, genau einen Tag vor seiner Rückläufigkeit, meldete er sich mit dem nächtlichen Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Seit je her werden Feuer und Kriege mit Mars assoziiert. In seinem Hauszeichen Widder residiert er besonders stark und überzeugend, was ebenfalls an den riesigen Brandherden an der Westküste der USA zu beobachten ist. Diese führten um den 10. September herum zu mehreren Toten, da die Brände durch wetterbedingte Umstände neu entfacht wurden.

 

Nach vorne strebende Widder-Marskräfte im Quadrat zum bremsenden Steinbock-Saturn erzeugen eine immense Spannung zwischen beiden Polen. Tritt dieser Mars dann noch in seine Rückläufigkeit ein, verstärkt sich die Bremswirkung und droht nach Außen abgeleitet zu werden. Früher zu Zeiten der klassischen Astrologie war dies ein untrügliches Zeichen für den Beginn eines Krieges. Heute gibt es verschiedene Möglichkeiten, Krieg zu führen. Seit einem halben Jahr fällt die verbale Kriegsrhetorik in Zusammenhang mit dem Corona-Virus auf. Aber auch die Bereitschaft, gegen die strengen Maßnahmen unserer Regierungen sowie die Einschränkung unserer Grundrechte aufgrund des ausgerufenen nationalen Notstands und der damit verbundenen weitgehend anwendbaren Ermächtigungsgesetze unter Umgehung parlamentarischer Konsensfindung auf die Straße zu gehen, fällt auf. Hierbei trifft der Freiheitswille der Demonstranten (Mars/Lilith in Widder) auf die Staatsgewalt in Form von politischen Repräsentanten und der Polizei (Saturn in Steinbock). Verbote (Saturn) werden von Gerichten (Jupiter) gekippt und befeuern (Mars) wiederum die Demonstrationen. Merkur im Waagezeichen könnte für einen Ausgleich sorgen durch offene und ehrliche Kommunikation. Doch die Verbindung von Merkur und Sonne/Mond zum Fische-Neptun zeigt die Neigung zu Lügen und Betrug an, um der Staatsgewalt (Saturn) zum Durchbruch zu verhelfen. Auch dagegen werden von beiden Seiten wieder Gerichte (Jupiter) angerufen, so dass wir von einer Dauerschleife ausgehen können, die erst enden kann, wenn alle Beteiligten an einem Tisch zusammenkommen, willens, einen Konsens zu finden.

 

Dabei ist es sinnvoll, während der Rückläufigkeit von Mars Themen, denen nicht genügend Aufmerksamkeit  geschenkt wurde, zu überarbeiten und in geänderter Form auf eine neue Schiene zu setzen. Im Fokus stehen Diskriminierung und Unterdrückung von Minderheiten, die uns weiterhin in dieser zweiten Jahreshälfte beschäftigen werden. Selbstverständlich muss auch mit der Niederschlagung von Freiheitsbestrebungen gerechnet werden. Leider gibt es zum Beispiel in Belarus und Taiwan Anlass zu der Sorge, dass es dort zu kriegsähnlichen Zuständen kommen wird. Auch die Präsidentenwahl in USA findet mit dem Termin 03.11.2020 innerhalb der Rückläufigkeitsphase von Mars statt und zusätzlich noch am letzten Tag von Merkurs letzter Rückläufigkeitsphase in 2020. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Wahl abspielen wird. Dank der Beteiligung von Pluto als Drittem im Steinbockbund ist (nicht nur in dieser Situation) mit verdeckten, geheimen Manövern zu rechnen.

 

Werden im individuellen Geburtshoroskop Konstellationen hiervon berührt, dürften Handlungen und Spielräume eingeschränkt, vielleicht auch die Motivation für unser Handeln in Frage gestellt werden. Eine Neuorientierung kann leichter fallen, während neue Projekte besser bis Ende November aufgeschoben werden sollten. Es kann schwerfallen, aufwallende Gefühle im Zaum zu halten. Hier ist abzuwägen, ob es Zeit für ein reinigendes Gewitter ist oder ob wir Gefahr laufen, dabei zu viel Geschirrt zu zerschlagen. Im Zweifel ist es besser, zunächst alleine zu sortieren, an welche Adresse die überbordenden Gefühle wirklich gehören, und erst dann zu handeln.

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

 

Vollmondhoroskop für München
Vollmondhoroskop für München

Vollmond am 02.09.2020 um 07:22 Uhr

 

Im Neumondhoroskop vom 19.08.2020 hatte ich einen „heißen“ Herbst angekündigt, nicht wissend, dass es nur wenige Tage dauern würde, bis dieser schon mal eine Kostprobe ablieferte. Der Vollmond findet statt auf der Achse Jungfrau/Fische, wobei die Sonne auf 10 Grad 12 im Zeichen Jungfrau steht, der Mond auf gleichem Grad im Zeichen Fische. Das Jungfrauzeichen  symbolisiert die Analyse, den Ordnungswillen zum Schaffen einer den Alltag erleichternden Übersicht sowie das Alltagsgeschehen in der Arbeit und zuhause. Im Fischezeichen finden wir die Empathie, das Mitgefühl, aber auch der Wunsch nach Verschmelzung, die Verwirrung und unsere individuelle Flucht vor Unbill und Überforderung. Zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Eigenschaften, die sich idealerweise ergänzen, sich aber auch gegenseitig behindern können. Das erfahren wir, wenn die Notwendigkeit, wichtige Arbeiten zu erledigen, mit dem Wunsch nach Ruhe, Musik und Filmen oder dem Sich-aus-dem-Alltag-träumen kollidiert. Diese Stimmung dürfte in der Zeit bis zum nächsten Neumond immer wieder auftauchen.

 

Der Planet Venus läuft noch bis zum 06.09.2020 im Krebs und bildet zwei Aspekte zum Vollmond, denen in der klassischen Astrologie als Nebenaspekte keine Bedeutung zukam. Meine Erfahrung ist jedoch, dass sich ein Halb- oder Anderthalbquadrat als Vorbote für zu lösende Themen bemerkbar macht. Venus steht für den Wunsch nach Frieden, Gerechtigkeit, Harmonie und Ästhetik, ist also zukunftsgewandt. Im Krebs scheint sie sich jedoch in ihr Haus zurückzuziehen und einen Beobachtungsposten einzunehmen, weil sie zurzeit wenig ausrichten kann. Vielleicht muss sie mit ihrem Schmerz darüber zunächst alleine sein, bevor sie wieder aktiv werden kann.

 

Eine wichtige Rolle nimmt Mars im Widder ein, der mit drei Grad Differenz eine Konjunktion mit Lilith eingeht. Das explosive Quadrat zu der Pluto-Saturn-Konjunktion im Steinbock hatte ich bereits im Neumondhoroskop vom 19.08.2020 besprochen. Die dort beschriebene Dynamik konnten wir in beiden Ausformungen am vergangenen Wochenende erleben. In diesem Zusammenhang spielt die Dreierkombination von Jupiter, Pluto und Saturn im Steinbock eine wichtige Rolle. Sie bestimmt zwar schon seit Anfang 2020 die Geschehnisse dieses Jahres, wird aber bei Übergängen eines schneller laufenden Himmelskörpers besonders getriggert. Zusätzlich möchte ich die abnehmende Opposition von Merkur auf 24 Grad Jungfrau gegenüber Neptun auf 19 Grad 48 Fische erwähnen, deren exakte Position am 30.08.2020 abends erfolgte. Diese Konstellation kann Verwirrung, aber auch eine „Entzauberung“ bedeuten, zum Beispiel das Aufdecken von Täuschungen oder Lügen. Chiron im Widder ist rückläufig und bildet lediglich ein Quinkunx zur Sonne und ein Halbsextil zum Mond. Beide Aspekte sehe ich in diesem Horoskop als bewusstseinsbildend an, dem jedoch zunächst der Schmerz der Erkenntnis und/oder der momentanen Ohnmacht vorangehen muss. Das bezieht sich sowohl auf Handlungen als auch auf Gefühle, Emotionen und Sehnsüchte.

 

Am 10.09.2020 wird auch der Planet Mars rückläufig. Seine Themen – auch im Verbund mit Lilith –  hatte ich im Neumondhoroskop so beschrieben: „Ein nicht zu unterschätzendes Quadrat formiert sich zwischen dem schon erwähnten Mars/Lilith-Gespann und Saturn auf 26 Grad 38 und Pluto auf 22 Grad 58 im Steinbock, wobei sich Jupiter auf 18 Grad 22 mit etwas Abstand noch dazugesellt. Hier trifft die auf Durchsetzung gepolte Marsenergie auf feste Regeln, Gebote und Verbote, Vorschriften, Machtdemonstrationen und Kontrollwut. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, dass eine gute Portion Fingerspitzengefühl und Verhandlungsbereitschaft vonnöten sein wird, um diese beiden entgegengesetzten Kraftpakete kontrolliert aufeinander treffen zu lassen. Wo das nicht gelingt, ist mit Auseinandersetzungen zu rechnen, bei denen keine Seite Boden freigeben wird.“ Genau solches Szenario konnte in Berlin am Wochenende in vielfältiger Hinsicht studiert werden. Ich schreibe in den nächsten Tagen dazu einen gesonderten Text, weil die Deutlichkeit der entsprechenden Planetenkonstellationen so faszinierend ist, dass ich dazu ausführlicher Stellung nehmen möchte, als es mir in diesem Rahmen möglich ist.

 

Zu der Rückläufigkeit von Mars lässt sich generell sagen, dass diese Phase, die bis zum 14.11.2020 dauert, kaum Fortschritte bringt, sondern am sinnvollsten dazu genutzt werden sollte, sich neu zu sortieren, Vorhaben und Pläne zu überdenken, ob sie wirklich einer neuen Ausrichtung dienen oder nur alten Wein in neue  Schläuche füllen. Letzteres würde uns weiter zurückkatapultieren und die Chance auf einen wirklichen Neubeginn erheblich verzögern, wenn nicht sogar vermindern.

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

Neumondhoroskop für München
Neumondhoroskop für München

Neumond am 19.08.2020 um 04:42 Uhr

 

Dieser Neumond könnte einen „heißen“ Herbst einläuten, zumindest das Terrain dazu vorbereiten. Sonne und Mond treffen sich am frühen Morgen des 19. August 2020 auf 26 Grad 35 Löwe und werden begleitet vom Planeten Merkur auf 28 Grad 07 im Löwezeichen. Damit meldet Merkur am Ende des Königszeichens Löwe seine prägende Rolle für die nächste Zeit an, wenn er in das Ordnung liebende, analytische Zeichen Jungfrau weiterzieht. Kommunikation jedweder Couleur wird eine große Rolle spielen, und die Art und Weise, wie diese gestaltet wird, mag wegweisend sein für den Verlauf des Fortgangs der Geschehnisse. Diese Dreierkonstellation steht in einem unterstützenden Trigonaspekt zu der Konjunktion von Mars auf 24  Grad 54 und Lilith auf 22 Grad 56 im Widder. In unseren Breitengraden steht dieses Gespann am MC des Neumondhoroskops auf 21 Grad 36 Widder und symbolisiert den unbändigen Lebenswillen, der sich bei zu starken Beschränkungen mit Macht Bahn brechen wird. Daraus kann ein starker kämpferischer Impuls entspringen, der nicht so leicht zu  steuern ist. Aber genau das wird in der sich ankündigenden Zeitqualität von großer Wichtigkeit sein. Besonnenheit und Verständnis auf allen Ebenen kann dämpfend wirken auf gegensätzliche Energien, die sich auch ungestüm Bahn brechen, wenn sie auf Ignoranz und unreflektierte Ablehnung treffen. Ein ideales Betätigungsfeld für Merkur, sobald er im Tierkreiszeichen Jungfrau angekommen ist.

 

Ein nicht zu unterschätzendes Quadrat formiert sich zwischen dem schon erwähnten Mars/Lilith-Gespann und Saturn auf 26 Grad 38 und Pluto auf 22 Grad 58 im Steinbock, wobei sich Jupiter auf 18 Grad 22 mit etwas Abstand noch dazugesellt. Hier trifft die auf Durchsetzung gepolte Marsenergie auf feste Regeln, Gebote und Verbote, Vorschriften, Machtdemonstrationen und Kontrollwut. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, dass eine gute Portion Fingerspitzengefühl und Verhandlungsbereitschaft vonnöten sein wird, um diese beiden entgegengesetzten Kraftpakete kontrolliert aufeinander treffen zu lassen. Wo das nicht gelingt, ist mit Auseinandersetzungen zu rechnen, bei denen keine Seite Boden freigeben wird.  Aufgrund der Rückläufigkeit von insgesamt sechs Planeten (Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto und Chiron) geht es in vielen Bereichen um ein Innehalten, Überlegen, Abwägen, um Bilanzierung und mögliche Neuausrichtung, wobei auch Ereignisse aus dem Beginn der Corona-Krise im Frühjahr nun in neuem Licht erscheinen können.

 

In dieser durchaus angespannten Situation möchte ich das sabische Symbol für die Neumondstellung heranziehen und ausführlich zitieren, weil dieser Text in meinen Augen die augenblickliche Zeitqualität gut zusammenfasst. Das Symbolbild ist Morgendämmerung:

 

„Dies ist ein Symbol für die Zyklen des Lebens, die den Herzen der Menschen große Sicherheit schenken. Das Bild bezieht sich auf die Vernunft, mit deren Hilfe der Mensch seine eigene Kontinuität erkennen kann. Ganz egal, was uns die willkürlichen Ereignisse des Lebens bescheren, es gibt immer einen neuen Morgen oder einen neuen Frühling, immer wieder werden neue Potenziale in allen Manifestationen des Selbst und in seiner Welt erwachen. Die Realität gibt dem Individuum mit ihren Ereignissen immer wieder Ansatzpunkte für einen Neubeginn. Das Schlüsselwort lautet Entstehung. Positiv ausgedrückt, symbolisiert dieser Grad die Fähigkeit, trotz der ewigen und verwirrenden Unsicherheiten des Lebens immer wieder zuzupacken und eine neue Grundlage zu finden. Negativ ausgedrückt, sind Wunschdenken und die Hoffnung auf eine ungewisse Zukunft angedeutet.“

 

Der letzte Satz hat mich etwas ratlos gemacht, was die „Hoffnung auf eine ungewisse Zukunft“ betrifft. Ohne den Text verändern zu wollen, kommt es mir so vor, als wäre damit eher die Angst vor einer ungewissen Zukunft gemeint. Beide Reaktionen spiegeln sich zurzeit in der Gesellschaft wider, wenn es um das Corona-Geschehen geht, was viele Menschen bis in die Grundfesten verunsichert und dazu führt, dass man vielleicht gar nicht so genau wissen möchte, was da noch auf uns zukommen kann. Menschlich verständlich, psychologisch gesehen oft ein Verdrängungsmechanismus in der Hoffnung, dass schon alles nicht so schlimm kommen wird. Vielleicht gelingt es uns als Menschheit ja, die individuell unterschiedlichen Reaktionen auf diese schwierige, äußerst anspruchsvolle Zeit in Liebe anzunehmen, sie nicht zu bewerten und sie nicht persönlich zu nehmen, einander zuzuhören, uns gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam den Weg zu gehen, ohne überzeugen und missionieren zu wollen. Wir üben alle, eine Jede auf ihre und ein Jeder auf seine ganz individuelle Art und Weise, und keine davon ist besser oder schlechter. Sie ist einfach so. Punkt.  Egal, was kommt - lasst es uns bitte immer wieder neu versuchen, das wünsche ich uns allen miteinander!

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

Horoskop für München erstellt
Horoskop für München erstellt

Saturn/Pluto-Konjunktion im Steinbockzeichen am 12. Januar 2020

um 18:00 Uhr

 

Man kann der Verantwortung für morgen nicht entkommen,

 indem man sich ihr heute entzieht.

                       (Abraham Lincoln)

 

Nun ist sie da, die von Vielen sehnsüchtig bis angstvoll erwartete Konjunktion von Saturn und Pluto als Beginn einer neuen Epoche! Heute, am 12. Januar 2020, treffen sich beide Planeten um 18:00 Uhr auf 22°46 im Tierkreiszeichen Steinbock. Dazu gesellt sich die Sonne auf 21°56‘ und Merkur auf 23°14 Steinbock, so dass wir es mit einem enggestellten Stellium mit hoher Energie zu tun haben. Für Neuanfänge, die jede Konjunktion begleiten, stellt dies eine gute Ausgangsbasis dar. Dass aller Anfang nicht nur schwer ist, sondern oft auch im Chaos beginnt, zeigt uns das Aspektbild mit ausnahmslos offenen Strichen, die sich kreuz und quer fast orientierungslos über die Mitte des Horoskops ziehen. Das Zusammenspiel klappt scheinbar noch nicht so gut, es muss erst gefunden werden.

 

Die letzte Konjunktion fand im Jahre 1982 auf 26°Waage statt, die letzte Konjunktion im Steinbockzeichen jedoch bereits vor 502 Jahren. Zu dem Zeitpunkt formulierte Martin Luther seine revolutionären Thesen gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche, schlug sie öffentlich an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg und löste damit gewaltige Umbrüche in Kirche und Staat aus. Wer mit offenen Augen schaut, wird eine dem Wesen nach ähnliche Situation in der Gegenwart erkennen, die jedoch nicht auf unser kleines Land begrenzt ist. Dank der modernen Kommunikationskanäle werden wir täglich Zeuge von Naturkatastrophen, Unruhen, Kriegen und „schwerer See“ rund um den Globus. Früher war es die Sklavenhaltung und Politik der Feudalherren, die unsägliches Leid über große Teile der Menschheit brachten. Heute nimmt diesen Platz die weltweite Politik der Globalisierung ein, die Menschen hungern lässt, die die Ausbeutung der Bodenschätze in nie geahnter Hektik vorantreibt, so dass sich viele Menschen gezwungen sehen, ihr Heimatland zu verlassen, um anderenorts wenigstens eine kleine Chance auf Nahrung, Bildung und Arbeit zu haben.

 

Alle Zeichen stehen auf Veränderung, was zusätzlich dadurch befeuert wird, dass Uranus gestern, am 11. Januar 2020 um 02:49 Uhr, seine fünfmonatige Rückläufigkeit beendet hat und nun in der Direktläufigkeit für den notwendigen Rückenwind sorgen wird. Im Horoskop der Saturn/Pluto-Konjunktion steht er auf 2°39‘ im Stierzeichen als Taktgeber ganz oben in der Himmelsmitte. In den letzten Tagen gab es genügend Gelegenheit, sich von seiner erwachenden Aktivität zu überzeugen. Ein Aspekt zum Schütze-Mars erklärt die im Hintergrund lauernde Kriegsgefahr, aktuell im Nahen Osten zwischen Iran und den USA.

 

Was kann diese Konstellation nun für uns im persönlichen Leben bedeuten? Wir assoziieren Saturn mit Selbstverwirklichung, an deren Anfang jedoch die Selbstdisziplin steht, um mit anderen Menschen in einer Gruppe leben zu können. Er steht ebenfalls für die Übernahme von Verantwortung für uns selbst und für die Menschen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Saturn ist in erster Linie ein überpersönlicher Planet, was bedeutet, dass es vor allem um das Wohl der Gruppe geht, zum Beispiel die Familie, der Freundeskreis, die Kollegen in der Arbeitsstelle, aber auch das einer Firma oder Organisation. Hier endet im Zweifel das Recht des Einzelnen, wenn dadurch das Bestehen oder Wohlergehen einer Gruppe gefährdet wird. Welcher individuelle Lebensbereich davon betroffen ist, sehen wir im jeweiligen Geburtshoroskop an der Häuserstellung, in der die große Konjunktion fällt.

 

Pluto stellt uns große Kraftreserven zur Verfügung, die im Zusammenhang mit  saturnischen Lebensthemen hilfreich eingesetzt werden können. Sträuben wir uns jedoch, diese Veränderungsprozesse zu akzeptieren, dann müssen sie von außen an uns herangetragen werden, wo wir zum Beispiel mit dem Themenpaar Macht/Ohnmacht als Täter oder Opfer konfrontiert werden könnten. Pluto, der auch als Gott der Unterwelt gilt, konfrontiert uns mit Themen wie Loslassen (von Dingen) und Beenden (von Situationen oder Ereignissen). Er fordert Bereitschaft zu lebenslanger Veränderung, damit wir weiterwachsen, uns einem höheren Bewusstsein öffnen.

 

Vor einigen Tagen hörte ich in einer Kabarettsendung eine witzige Passage zu Kreuzworträtseln: Wenn man sie nicht lösen kann, gibt es genau zwei Möglichkeiten. Man gibt sich Mühe, um die Lösung zu finden oder kauft sich ein Malbuch. Ich finde, dass dieses Beispiel perfekt unsere beiden Möglichkeiten skizziert, mit Veränderungsenergien umzugehen. Es kostet vielleicht Anstrengung, die Themen, die uns dieser Epochenwechsel aufgibt, zu lösen, aber es wird uns weiterbringen und zufriedener machen. Wir sind am Ende nicht mehr die, als die wir begonnen haben. Wählen wir den Buntstift und malen uns die Welt, wie sie uns gefällt, so ist das zwar als Kinderbuch ganz lustig. Im wirklichen Leben wird diese Methode nicht taugen, um Pluto zu überzeugen. Wir drehen uns dabei ständig um unsere eigene Achse, weichen unseren Lebensthemen aus, wobei bestenfalls ein Stillstand dabei herauskommt. Dass Stillstand aber Rückschritt bedeutet, wissen wir alle sehr gut.

 

Der Wille, etwas zu bewegen, führt uns vielleicht zu der Frage, wie wir handeln könnten? Eine Antwort habe ich bei dem großen Denker und Philosophen Immanuel Kant gefunden: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Dieser Satz, auch als kategorischer Imperativ bekannt, stellt ein ethisches Grundprinzip dar, das eine Richtschnur für alles menschliche Handeln sein könnte und sollte. Ja, das ist manchmal unbequem, aber es entspricht sinngemäß absolut dem Zusammengehen von Saturn und Pluto. Beide würden dann zwar arbeitslos – aber welch ein schöner Gedanke ist dies für die beginnende neue Epoche!

 

© Helga Eichner