Vollmondhoroskop für München
Vollmondhoroskop für München

 Vollmond am 27.04.2021 um 05:32 Uhr

 

Ein Vollmond, der wegen seiner Erdnähe größer und heller erscheint als sonst. Der Mond auf 7 Grad Skorpion steht der Sonne im Stier gegenüber, die sich dieses Tierkreiszeichen mit vier weiteren Gästen teilt: Uranus auf 10 Grad 28, Venus auf 15 Grad 17, Merkur auf 16 Grad 20 und Lilith auf knapp 21 Grad Stier. Damit ist die erdhafte Stier-Energie das vorherrschende Element, dicht gefolgt von der Wasserenergie. Im günstigen Falle durchtränkt das Wasser die Erde, damit der neue Samen, der im Erdreich schlummert, erwacht und nach außen in Erscheinung treten kann. Weniger günstig läuft es, wenn die Wasserenergie zu heftig ausfällt und der Samen fortgeschwemmt wird oder in den schlammigen Untergrund versinkt. Damit dürfte die Zeitqualität für die nächsten Wochen zutreffend beschrieben sein, wobei der Samen natürlich nicht verschwindet, sondern an anderer Stelle zu späterem Zeitpunkt wieder auftauchen wird. Übersetzt bedeutet dies, dass es wichtig wird, unsere Emotionen und Gefühle nicht völlig unkontrolliert zu zeigen, ihnen freien Lauf zu lassen. Es hat sich in den vergangenen Monaten viel angesammelt, was immer wieder unterdrückt werden musste, um erhoffte und in Aussicht gestellte Verbesserungen nicht zu gefährden. Wie wir jetzt sehen, ist diese Hoffnung enttäuscht worden, was prinzipiell gefährlich ist, weil niemand sich gerne auf der Nase herumtanzen lässt.

 

Im Skorpion möchte der Mond tief tauchen und alles hervorbringen, was sich dort schon seit langem verbirgt. Es wird nun darum gehen, wie wir Ungereimtheiten, Unehrlichkeiten bis hin zu Betrügereien aufdecken können, ohne so viel Schlamm umzupflügen, dass das Wasser trübe wird, unsere Gefühle im Morast ersticken oder nicht mehr erkennbar sind. Der Planet Pluto wird um 22 Uhr am Vollmondtag für über fünf Monate rückläufig. Dadurch kommen alle Themen (u.a. Manipulationen, Macht- und Ohnmachtserfahrungen, Betrug, Gewalttätigkeiten) zu einem relativen Stillstand und können mit weniger Hektik angeschaut werden. Sowohl im gesellschaftlichen als auch im persönlichen Bereich besteht nun die Chance, genauer hinzusehen, was in der letzten Zeit passiert ist und uns aufgrund der Schnelligkeit vieler Abläufe oft nicht wirklich klar wurde. Im Skorpion  gedeihen vor allem Wandlungsprozesse durch das Aufdecken von Lügen und Geheimnissen. All diese verdeckten, oft unschönen Dinge wollen ans Licht, um gelöst zu werden, denn genau daraus erwächst eine tiefe, starke Kraft als Motor für überfällige Veränderungen. Die Impulse, die dadurch entstehen, werden uns noch viele Monate beschäftigen, sind sie doch der Dünger für all das, was uns an Umorientierung abverlangt wird.

 

Sonne, Uranus, Venus und Merkur im Stier bilden ein Quadrat zu Saturn im Wassermann. Aufpassen ist nötig, damit wir nicht der Vorstellung erliegen, bei Innovationen und neuen Ideen komplett auf die saturnische Struktur verzichten zu können. Auch Veränderungen und Wandlungsprozesse bedürfen eines geordneten Rahmens, damit aus ihnen Projekte werden, die nicht nur unserem Ego schmeicheln, sondern die Kraft entwickeln, andere Menschen anzustecken mit der Lust, ebenfalls in diese Richtung zu gehen. Die Zeitqualität unterstützt alles, was uns Menschen hilft, Überholtes zu erkennen und loszulassen. Ich möchte hier einen Satz zitieren, den meine Kollegin Ingrid Zinnel in ihrer Deutung zu diesem Vollmond schrieb: „Alles, was Dir gut tut, tut dem Ganzen gut!“ Hören wir auf damit, nur die Anstrengungen zu sehen in dieser Zeit des unaufhörlichen Wandels. Er läuft uns nicht davon. Wir sollten alles dafür tun, uns trotz aller Beschränkungen, Ängsten und Übervorsicht am Leben zu erfreuen, Spaß zu haben und unsere leeren Speicher mit schönen Erlebnissen aufzufüllen.

 

Khalil Gibran schrieb in seinem Buch Der Prophet: „Wenn ihr den Geist des Todes tatsächlich schauen wollt, dann öffnet euer Herz dem Körper des Lebens ganz. Denn Leben und Tod sind eins, genau wie der Fluss und das Meer eins sind. … Vertraut den Träumen, denn in ihnen liegt das Tor zur Unendlichkeit verborgen.“

 

Tanzt, singt, umarmt Euch und dankt dem Leben, dass es Euch immer wieder beschenkt. Nehmt all diese kleinen, manchmal auch großen Geschenke freudig in Empfang und seht in ihnen eine Wegzehrung, die Euch stärken wird auf dem Weg in ein neues Leben! In vielen Ländern macht „Danser encore“ die Runde, eine mitreißende Musik, nach der sich herrlich tanzen lässt und die sofort gute Laune verbreitet. Probiert es doch einfach gleich aus!

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

 

 

 

Neumondoroskop für München
Neumondoroskop für München

 Neumond am 12.04.2021 um 04:31 Uhr

 

Und plötzlich weißt Du,es ist Zeit,

etwas Neues zu beginnen

 und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.

(Meister Eckhart)

 

Der erste Neumond im astrologischen Frühling kommt mit geballter Widderkraft auf uns zu. Sonne und Mond treffen sich am frühen Morgen auf 22 Grad 24 Widder, eskortiert von Chiron auf 9 Grad 40, Merkur auf knapp 15 Grad und Venus auf 26 Grad 42 Widder. Damit ist das Feuerelement überaus stark vertreten, was dafür spricht, dass es das eine oder andere Mal heiß hergehen kann. Mit einem fast exakten Quadrat zwischen Venus und Pluto (26 Grad 44 Steinbock) erleben wir eine Spannung zwischen den eigenen Wertvorstellungen und denen anderer Menschen, Gruppen oder Teilen des Volkes. Da für unseren Breitengrad der Neumond, der eine Konjunktion mit der Venus eingeht, im zweiten Haus steht, sind offen oder noch verdeckt ebenfalls der Umgang mit Geld, Währungsstabilität sowie Kapital- und Vermögenswerten wichtige Themenfelder. Mit dem Quadrataspekt zwischen Uranus auf 9 Grad 36 Stier zum Saturn auf 12 Grad 09 im Wassermann sollten wir Überraschungen in jede Richtung einplanen.

 

Pluto im Steinbock ist anfällig für ein Streben nach Macht, das unempfindlich wird gegenüber dem Leiden der Bevölkerung. Leider hat der Lauf von Mars durch das Zwillinge-Zeichen bis jetzt nicht die erhoffte Offenlegung durch offizielle Medien gebracht, wenn wir von den Korruptionsvorwürfen gegen mehrere Mitglieder des Bundestags einmal absehen. Die durchaus bedenklich erscheinenden, weitgehend unkommentierten Versuche, die im Grundgesetz mit einer Ewigkeitsklausel versehene föderale Staatsstruktur per Gesetz zu verändern, zeugen von wenig Sensibilität in Zeiten, die der Bevölkerung ohnehin sehr viele Einschränkungen abverlangt. Eine Konzentration der Machtfülle auf einzelne Personen, die von den Vätern und Müttern unseres Grundgesetzes ausdrücklich ausgeschlossen wurde, zeigt die Signatur von Pluto im Steinbock im zwölften Haus, das auch für Verschwiegenheit und Hinterstübchen-Mentalität steht. Die absolute Notwendigkeit für einen solchen Schritt darf sicher angezweifelt werden, vor allem, weil eine offene Diskussion darüber in den Medien – wenn überhaupt – nur sehr einseitig thematisiert wird. Wie bereits im letzten Jahr mehrfach geschehen, wird die gründliche Vorbereitung zugunsten der Schnelligkeit geopfert, was in aller Regel schon bald dazu führt, dass sich bedeutsame Fehler zeigen, die nur schwer zu beheben sind. Das ist dem Vertrauen in unsere Politiker eher abträglich.

 

Der aufsteigende Mondknoten auf 13 Grad 30 Zwillinge nahe der vierten Hausspitze, dem IC, weist uns darauf hin, nicht wie früher oft üblich übereinander, sondern miteinander zu sprechen. Ein enges und angenehmes Trigon zum Saturn im Wassermann erinnert uns daran, dass das Einhalten gewisser Regeln eine Kommunikation erleichtern würde. Der absteigende Mondknoten in Schütze nahe des MCs zeigt auf, dass alleiniges Fachwissen von Expertenrunden, welches den Menschen dann vorgesetzt wird, nicht den Gepflogenheiten entspricht, die der heutigen Zeit angemessen sind.

 

Das hier Ausgeführte lässt sich wie immer 1:1 auf die persönliche Ebene und unsere privaten Bereiche übertragen. Auch hier geht es darum, auf der oft zitierten gleichen Augenhöhe miteinander zu kommunizieren, strittige Standpunkte anzusprechen und nicht vom „Gegner“ zu erwarten, dass es mit dem Anhören getan ist. Vielmehr geht es darum, Offenheit und Zeit zu investieren, wirklich genau hinzuhören und die gegenseitigen Äußerungen nicht zu werten. Wer glaubt, eine Machtposition sei förderlich, um Dinge durchzudrücken gegen den erklärten Willen des Anderen, dürfte über kurz oder lang vor den Trümmern stehen, die einer solchen Haltung notwendigerweise folgen. Gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt ist ein Türöffner, der immer zu einem gemeinsamen Erfolg führen wird!

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

Vollmondhoroskop für München
Vollmondhoroskop für München

 

Vollmond am 28.03.2021 um 20:48 Uhr

 

Am 20. März begann mit dem Eintritt der Sonne in den Widder ein neues astrologisches Jahr, das dem Planeten Saturn zugeordnet wird. Nun erleben wir den ersten Vollmond in diesem Saturn-Jahr mit dem Mond in der Waage und der Sonne im gegenüberliegenden Zeichen Widder, beide auf 8 Grad 18‘, der in gradgenauer Konjunktion mit Venus auf 8 Grad 56‘ und Chiron auf 8 Grad 49‘ imponiert. Ein tonangebender Dreiklang, der auf unserem Breitengrad im Bereich des sechsten Hauses steht. Damit liegt der Schwerpunkt dieses Vollmondhoroskops bei alltäglichen Verrichtungen, der Erwerbsarbeit, bei Gesundheitsfragen und der Fähigkeit zur analytischen Betrachtung und Einordnung von Ereignissen. Der Mond durchwandert zu diesem Zeitpunkt das zwölfte Haus und reißt Themen wie Harmoniebestreben, Diplomatie, Kunst, Ästhetik und Beziehungsfähigkeit an. Da Sonne und Mond durch einen Oppositionsaspekt verbunden sind, stehen die entsprechenden Häuserthemen in Spannung zueinander und dürften in der nächsten Zeit Abstimmungsschwierigkeiten unterliegen.

 

Da  das Tierkreiszeichen Widder für Neuanfänge, Zielsetzungen, Kraft, Mut und den Willen zur Durchsetzung seiner Impulse, aber auch für Draufgängertum und Ungeduld steht, können entsprechende Energien nun stärker in den Vordergrund rücken. Tatsächlich ist zu beobachten, dass die Geduld mit den Vorgaben der Herrschenden nicht nur in unserem Land offensichtlich an Grenzen gekommen ist. Die alten Rezepte funktionieren nicht mehr, es muss etwas Neues her, das „den Karren wieder flott macht“. Passend zum Frühlingsbeginn scheint sich ein Stimmungswechsel anzubahnen, der einem Aufbruch ins Unbekannte gleicht. Die Leidensfähigkeit (Sonne/Chiron) der Menschen ist nach einem Jahr der Einschränkungen ohne deutliche Perspektiven erschöpft. Nun erscheint im Widderzeichen eine kriegerische Venus und fordert Lösungen ein, die an einem für alle Menschen erträglichen Maß ausgerichtet sind. Sollte diese Vision gelingen, wäre das für uns alle eine Chance, die leidvolle Spaltung, die sich in diesem Jahr entwickelt hat, in einer guten Weise zu beeinflussen (Mond in Waage).

 

Neptun auf 21 Grad 17‘ in Fische spielt weiter seine Rolle, hier in Verbindung mit Merkur auf 19 Grad 06‘ Fische. Diese Konstellation kann dazu beitragen, Konzepte für einen neuen Umgang miteinander zu entwerfen und zu diskutieren. Ebenso ist es denkbar, dass bisher Verborgenes ans Licht der Öffentlichkeit kommt. Die Sehnsucht nach Verbundenheit und der Wunsch nach einem liebevolleren Umgang miteinander wird sich hoffentlich dann auch Ausdruck verschaffen. Dabei kann eine gewisse Irrationalität um sich greifen, aus der jedoch oft bis jetzt nicht beachtete oder gar für undenkbar gehaltene Chancen entstehen. Mit Pluto auf 26 Grad 35‘ am Steinbock-IC rücken Themen ins Bewusstsein, die mit der Ahnengeschichte oder allgemein mit familiären Situationen zu tun haben. Da Pluto in diesem Vollmondhoroskop keinen Aspekt zu anderen Planeten bildet, mögen seine Belange zunächst isoliert in Erscheinung treten. Das ändert sich spätestens zum nächsten Neumond am 12.04.2021, bei dem er ein Quadrat zur Widdervenus und der Neumondkonstellation bilden wird.

 

Zum Abschluss möchte ich gerne den Grad dieser Plutostellung aus „Die sabischen Symbole in der Astrologie“ von Marc Edmund Jones, Edition Astrodata 1994, zitieren:

 

Eine Pilgerschaft im Gebirge. Dies ist ein Symbol für die Schichten der Realität, die in Form innerer oder spiritueller Erkenntnisse aufeinander aufbauen und die sich in völliger Harmonie mit allen je von Menschen entwickelten Idealen und Werten befinden. Das Bild beschreibt die unbestechliche Integrität des menschlichen Verständnisses und die Verstärkung aller Visionen, zu denen sich unser Bewusstsein aufschwingt. Der Einzelne wird ermuntert, unbeirrt an dem Kurs festzuhalten, den er eingeschlagen hat. Das Schlüsselwort lautet Geduld. Positiv ausgedrückt, symbolisiert dieser Grad die Aussöhnung zwischen Herz und Verstand und die rückhaltlose Hingabe an eine würdige Aufgabe. Negativ ausgedrückt, ist die Neigung angedeutet, sich mit oberflächlichen Bündnissen und falschen Tugenden zufriedenzugeben.“

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gute Zeit, in der Herz und Verstand ihren angemessenen Platz in unserem Leben bekommen dürfen!

 

© Helga Eichner

 

 

 

Horoskop für München erstellt
Horoskop für München erstellt

 

Jupiter/Saturn-Konjunktion  am 21.12.2020 um 19:21 Uhr

 

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Immanuel Kant)

 

Mit diesem Zitat hatte ich am 12.01.2020 meinen Artikel zur Saturn/Pluto-Konjunktion beendet und dazu bemerkt: „Dieser Satz, auch als kategorischer Imperativ bekannt, stellt ein ethisches Grundprinzip dar, das eine Richtschnur für alles menschliche Handeln sein könnte und sollte. Ja, das ist manchmal unbequem, aber es entspricht sinngemäß absolut dem Zusammengehen von Saturn und Pluto. Beide würden dann zwar arbeitslos – aber welch ein schöner Gedanke ist dies für die beginnende neue Epoche!“ Gleich vorweg: Arbeitslos wurden Saturn und Pluto nicht, im Gegenteil mussten sie Sonderschichten einlegen, um die Fülle an Regeln, Verordnungen und Gesetzen zu gebären, was vor allem dem Machtpotenzial (Pluto) zu einem exponentiellen Wachstum (Jupiter) verhalf. Dabei entwickelten beide Prinzipien eine beachtliche Kreativität, bei der Pluto nach langer Zeit wieder einige seiner Lieblingsbetätigungen neu auflegen durfte, zum Beispiel die der Diffamierung.

 

Ohne dass wir damals ahnten, welche Überraschungen uns das Jahr 2020 im weiteren Verlauf präsentieren würde, schwappten bereits Mitte Januar die ersten Anzeichen für eine krasse Kehrtwende aus China nach Europa hinein. Seit Mitte März, also vor neun Monaten, spürten wir am eigenen Leib, dass die Vorstellung, getrennt von anderen Nationen, Völkern und Menschen leben zu können, eine Illusion aus Neptuns Reich ist. Auf ungewöhnlich harte Art und Weise dürfte auch dem letzten Zweifler klargeworden sein, dass WIR ALLE auf diesem Planeten miteinander verbunden, dass wir EINS sind. Umso fleißiger wurden Versuche unternommen, mit Grenzschließungen (Saturn) und Einschränkungen (Saturn) der Reisefreiheit (Jupiter, Merkur) die unsichtbare Bedrohung durch winzig kleine Viren abzuwenden. Je nach der politischen Struktur einzelner Länder wurden Menschen in ihren Häusern eingeschlossen, mindestens jedoch einer weitgehenden Bewegungs- und Kontaktbeschränkung unterzogen. Viele Geschäfte mussten schließen, Mitarbeiter ins Homeoffice und Kinder in den Distanzunterricht am heimischen Rechner gehen. Alte Menschen in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen wurden ohne Besuch von Angehörigen und Freunden wochenlang in ihren kleinen Zimmern isoliert. Selbst bei Kranken und Sterbenden waren zunächst keine Ausnahmen möglich, was später in Extremfällen unter massivem Druck der Straße mindestens für Sterbende gelockert wurde. Auch in diesem Geschehen finden wir durchgängig die Handschrift von Saturn, teils in Verbindung mit Pluto. Dabei mögen manche Protagonisten von zunächst ehrlichen Motiven geleitet worden sein, was am tatsächlichen Ergebnis jedoch nichts ändert.

 

In der Folge der nicht immer durchdachten Maßnahmen kam es im Sommer zur Bildung etlicher Protestbewegungen, was innerhalb kurzer Zeit zu einem tiefen Graben, einem Riss durch Land und Volk führte, der keine neuen Perspektiven mit sich brachte, sondern schmerzlich sichtbar machte, wie weit der Bogen gespannt ist bei den jeweiligen Erwartungen an die „neue Normalität“, die staatlicherseits (Saturn) beworben wurde. Kaum jemals wurde so deutlich, welche verheerende Wirkung es hat, wenn Gespräch und Diskurs aus nicht immer edlen Motiven, die der eigenen Agenda entspringen, verweigert werden. Die Entwicklung machte deutlich, dass Ausgrenzung Konflikte vertieft und niemandem hilft. Im Laufe dieses Jahres entfernten sich Freunde, Kollegen, Nachbarn, ja, sogar Mitglieder ein- und derselben Familie in bisher nicht gekannter Weise voneinander. Saturns Lauf durch sein eigenes Zeichen Steinbock brachte die ganze Härte staatlicher Gewalt und behördlicher Sinnfreiheit – seien sie noch so gut verpackt oder auch offen sichtbar – zum Vorschein, gegen die sich zunehmende Teile der Bevölkerung zur Wehr setzten. Ein mehr als besorgniserregender Zustand, der einer Vorstufe zum Bürgerkrieg  ähnelt (Mars/Pluto).

 

Nun, am Ende dieses chaotischen Jahres, haben Jupiter und Saturn ihren Weg im Steinbock beendet und sind in das unabhängige, freiheitsliebende Zeichen Wassermann umgezogen. Dort treffen sie sich am 21. Dezember 2020 auf 0 Grad 29 zu einer großen, bedeutsamen Konjunktion, die dem Eintritt der Gesellschaft als Ganzes, ebenso jedes Individuums in eine neue Ära des menschlichen Bewusstseins entsprechen kann. Dass ich hier den Konjunktiv wähle, hat den Grund darin, dass ein solcher Schritt den Mut voraussetzt, ein neues Denken zuzulassen.  Das beinhaltet, dass sich alle Menschen ihrer eigenen Fähigkeiten zum Informieren, Beurteilen, Denken und Entscheiden bewusst werden und danach handeln. Fatal wäre es, diese weiterhin auf eine Heilsbringerin oder einen Heilsbringer zu projizieren. Wir sind schon seit längerer Zeit gefordert, Stellung zu beziehen und diese zu begründen – abseits der Neigung, vorgekaute Meinungen zu konsumieren. Im Horoskop der Jupiter/Saturn-Konjunktion steht die Sonne auf dem Anfangsgrad im Steinbock in enger Konjunktion mit Merkur, dem Prinzip des Handels, der Kommunikation, aber auch der Tricks und Kniffe zu seinen Gunsten. Beide Planeten sind durch ein Halbsextil mit der Stellung von Jupiter/Saturn im Wassermann verbunden, die ihrerseits zunehmenden Abstand zu Pluto im Steinbock und damit zu dessen Machtbereich haben.

 

Auch wenn hinter dem Leid der Menschen ein tieferer Sinn steckt, was die Verbindung von Chiron in Widder im angenehmen Trigonaspekt zur Schütze-Venus nahelegt, bleibt es Aufgabe jedes Einzelnen, zurückzufinden zu einem wohlwollenden Verständnis für alle Positionen, die zum Ausdruck gebracht werden, ohne zu werten und/oder zu bewerten. Die Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit sondern ein Wert, dessen wir uns wieder bewusst werden sollten und den wir immer neu verteidigen müssen. Sie lebt davon, dass Meinungen offen geäußert werden dürfen, ohne dass sie zensiert, gelöscht, verteufelt oder verboten werden. Es braucht eine Haltung zu allem, was uns begegnet, wie sie Liebende einnehmen. Sie urteilen und beurteilen nicht, sondern lassen sich im besten Sinne überraschen von dem Neuen, was sich ihnen zeigt. Es ist eine zugewandte Bedingungslosigkeit, die trotzdem bei sich selbst bleibt und auf die eigenen Gefühle achtet, die untrügliche Zeichen senden, sobald wir uns auf diese Ebene einlassen. Die schöngeistige Venus im Schützen wirft einen Bewusstmachungsaspekt auf die exakte Konjunktion zwischen Uranus und Lilith im Stier im Bereich der öffentlichen Darstellung. Kultur und Kunst helfen uns dabei, über uns hinauszuwachsen, die eigenen Grenzen zu überwinden und bewusst mit unseren Zukunftsvisionen hinauszugehen in die Welt. Nicht Technokratie und Gesundheitsfetischismus werden unsere Leben retten, sondern liebende Verbundenheit und Hingabe an eine lebendige, fühlende Welt, die unsere Seele nährt zu unserem eigenen und dem Wohle aller Wesen, die hier mit uns gemeinsam leben. Mit dieser „neuen Normalität“ können wir noch so tiefe Gräben zuschütten und allem neu begegnen. Wir sehen uns!!!

 

© Helga Eichner

 

 

 

Horoskop für München erstellt
Horoskop für München erstellt

Saturn/Pluto-Konjunktion im Steinbockzeichen am 12. Januar 2020

um 18:00 Uhr

 

Man kann der Verantwortung für morgen nicht entkommen,

 indem man sich ihr heute entzieht.

                       (Abraham Lincoln)

 

Nun ist sie da, die von Vielen sehnsüchtig bis angstvoll erwartete Konjunktion von Saturn und Pluto als Beginn einer neuen Epoche! Heute, am 12. Januar 2020, treffen sich beide Planeten um 18:00 Uhr auf 22°46 im Tierkreiszeichen Steinbock. Dazu gesellt sich die Sonne auf 21°56‘ und Merkur auf 23°14 Steinbock, so dass wir es mit einem enggestellten Stellium mit hoher Energie zu tun haben. Für Neuanfänge, die jede Konjunktion begleiten, stellt dies eine gute Ausgangsbasis dar. Dass aller Anfang nicht nur schwer ist, sondern oft auch im Chaos beginnt, zeigt uns das Aspektbild mit ausnahmslos offenen Strichen, die sich kreuz und quer fast orientierungslos über die Mitte des Horoskops ziehen. Das Zusammenspiel klappt scheinbar noch nicht so gut, es muss erst gefunden werden.

 

Die letzte Konjunktion fand im Jahre 1982 auf 26°Waage statt, die letzte Konjunktion im Steinbockzeichen jedoch bereits vor 502 Jahren. Zu dem Zeitpunkt formulierte Martin Luther seine revolutionären Thesen gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche, schlug sie öffentlich an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg und löste damit gewaltige Umbrüche in Kirche und Staat aus. Wer mit offenen Augen schaut, wird eine dem Wesen nach ähnliche Situation in der Gegenwart erkennen, die jedoch nicht auf unser kleines Land begrenzt ist. Dank der modernen Kommunikationskanäle werden wir täglich Zeuge von Naturkatastrophen, Unruhen, Kriegen und „schwerer See“ rund um den Globus. Früher war es die Sklavenhaltung und Politik der Feudalherren, die unsägliches Leid über große Teile der Menschheit brachten. Heute nimmt diesen Platz die weltweite Politik der Globalisierung ein, die Menschen hungern lässt, die die Ausbeutung der Bodenschätze in nie geahnter Hektik vorantreibt, so dass sich viele Menschen gezwungen sehen, ihr Heimatland zu verlassen, um anderenorts wenigstens eine kleine Chance auf Nahrung, Bildung und Arbeit zu haben.

 

Alle Zeichen stehen auf Veränderung, was zusätzlich dadurch befeuert wird, dass Uranus gestern, am 11. Januar 2020 um 02:49 Uhr, seine fünfmonatige Rückläufigkeit beendet hat und nun in der Direktläufigkeit für den notwendigen Rückenwind sorgen wird. Im Horoskop der Saturn/Pluto-Konjunktion steht er auf 2°39‘ im Stierzeichen als Taktgeber ganz oben in der Himmelsmitte. In den letzten Tagen gab es genügend Gelegenheit, sich von seiner erwachenden Aktivität zu überzeugen. Ein Aspekt zum Schütze-Mars erklärt die im Hintergrund lauernde Kriegsgefahr, aktuell im Nahen Osten zwischen Iran und den USA.

 

Was kann diese Konstellation nun für uns im persönlichen Leben bedeuten? Wir assoziieren Saturn mit Selbstverwirklichung, an deren Anfang jedoch die Selbstdisziplin steht, um mit anderen Menschen in einer Gruppe leben zu können. Er steht ebenfalls für die Übernahme von Verantwortung für uns selbst und für die Menschen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Saturn ist in erster Linie ein überpersönlicher Planet, was bedeutet, dass es vor allem um das Wohl der Gruppe geht, zum Beispiel die Familie, der Freundeskreis, die Kollegen in der Arbeitsstelle, aber auch das einer Firma oder Organisation. Hier endet im Zweifel das Recht des Einzelnen, wenn dadurch das Bestehen oder Wohlergehen einer Gruppe gefährdet wird. Welcher individuelle Lebensbereich davon betroffen ist, sehen wir im jeweiligen Geburtshoroskop an der Häuserstellung, in der die große Konjunktion fällt.

 

Pluto stellt uns große Kraftreserven zur Verfügung, die im Zusammenhang mit saturnischen Lebensthemen hilfreich eingesetzt werden können. Sträuben wir uns jedoch, diese Veränderungsprozesse zu akzeptieren, dann müssen sie von außen an uns herangetragen werden, wo wir zum Beispiel mit dem Themenpaar Macht/Ohnmacht als Täter oder Opfer konfrontiert werden könnten. Pluto, der auch als Gott der Unterwelt gilt, konfrontiert uns mit Themen wie Loslassen (von Dingen) und Beenden (von Situationen oder Ereignissen). Er fordert Bereitschaft zu lebenslanger Veränderung, damit wir weiterwachsen, uns einem höheren Bewusstsein öffnen.

 

Vor einigen Tagen hörte ich in einer Kabarettsendung eine witzige Passage zu Kreuzworträtseln: Wenn man sie nicht lösen kann, gibt es genau zwei Möglichkeiten. Man gibt sich Mühe, um die Lösung zu finden oder kauft sich ein Malbuch. Ich finde, dass dieses Beispiel perfekt unsere beiden Möglichkeiten skizziert, mit Veränderungsenergien umzugehen. Es kostet vielleicht Anstrengung, die Themen, die uns dieser Epochenwechsel aufgibt, zu lösen, aber es wird uns weiterbringen und zufriedener machen. Wir sind am Ende nicht mehr die, als die wir begonnen haben. Wählen wir den Buntstift und malen uns die Welt, wie sie uns gefällt, so ist das zwar als Kinderbuch ganz lustig. Im wirklichen Leben wird diese Methode nicht taugen, um Pluto zu überzeugen. Wir drehen uns dabei ständig um unsere eigene Achse, weichen unseren Lebensthemen aus, wobei bestenfalls ein Stillstand dabei herauskommt. Dass Stillstand aber Rückschritt bedeutet, wissen wir alle sehr gut.

 

Der Wille, etwas zu bewegen, führt uns vielleicht zu der Frage, wie wir handeln könnten? Eine Antwort habe ich bei dem großen Denker und Philosophen Immanuel Kant gefunden: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Dieser Satz, auch als kategorischer Imperativ bekannt, stellt ein ethisches Grundprinzip dar, das eine Richtschnur für alles menschliche Handeln sein könnte und sollte. Ja, das ist manchmal unbequem, aber es entspricht sinngemäß absolut dem Zusammengehen von Saturn und Pluto. Beide würden dann zwar arbeitslos – aber welch ein schöner Gedanke ist dies für die beginnende neue Epoche!

 

© Helga Eichner