Vollmondhoroskop für München
Vollmondhoroskop für München

 Vollmond am 24.07.2021 um 04:37 Uhr

 

„When the moon is in the Seventh House

and Jupiter aligns with Mars,

then peace will guide the planets

and love will steer the stars.“

(aus dem Musical „Hair“)

 

Mit diesem Vollmond treten wir wieder ein Stück mehr in das Luftelement ein, das die bis Ende des letzten Jahres vorherrschende Dominanz des Erdelements ablöst. Der Mond auf knapp 1 ½ Grad Wassermann im siebten Haus steht in Opposition zur Sonne auf gleichem Grad im Löwezeichen im ersten Haus. Das bedeutet, dass im Bereich unseres Breitengrades wir unsere Persönlichkeit ausbilden dürfen, indem wir uns der Welt in unserer Eigenart zumuten ohne Furcht, abgelehnt zu werden. In Partnerschaften – seien es private, berufliche oder nachbarschaftliche Kontakte – sind wir aufgefordert, zu überprüfen, inwieweit diese Beziehungen einen gemeinsamen Boden haben und uns wachsen lassen. Das passt sehr schön zu dem vor einigen Tagen begonnenen neuen Umlaufzyklus von Mars und Venus, der etwa zwei Jahre dauert. Durch die weite Konjunktion des Mondes zu Pluto im Steinbock und die Nähe zu Haus 8, dem Bereich der tiefen Erkenntnisse, der Wandlungen und Veränderungen, sind sowohl Vertiefungen als auch Trennungen zu erwarten. Die Oppositionsstellung der Sonne zu Pluto zeigt, dass die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit immer auch tiefgreifende Bewusstseinserweiterung verlangt. Wir dürfen uns trotzdem mit Freude leichtfüßig auf den Bühnen dieser Welt bewegen und unsere persönlichen Erfolge dabei genießen.

 

Grundsätzlich leben wir in einer äußerst anspruchsvollen, fordernden Zeitspanne, die etwa der Zeit der Reformation vor 500 Jahren entspricht. Damals stand Martin Luther gegen den Ablasshandel der Kirche auf, mit dem sich Reiche freikaufen konnten von ihren Sünden. Sie spendeten der Kirche einfach viel Geld, mit der diese wiederum ihre Machtstrukturen festigte. Es war die Zeit der massiven Unterdrückung des einfachen Volkes, der Verfolgung von Ketzerei und des Machtmissbrauchs im großen Stil. Eine lange Zeit verging, bis sich die Aufklärung durchsetzen und die Menschen davon überzeugen konnte, dass nur sie selbst Verantwortung für ihr Leben tragen und deshalb ihre Rechte einfordern müssen. Den gleichen Themen begegnen wir heute in veränderter äußerer Form, jedoch mit gleichem Inhalt. Es sind die Themen des Teilens (Wassermann) und des Herrschens (Löwe). Im Zeichen Wassermann liegt die Versuchung nahe, die Dinge aus einer gewissen Distanz heraus zu beobachten, ohne sich zuständig zu fühlen, etwas daran zu ändern. Das kann dazu führen, dass wir andere Menschen, Institutionen oder Organisationen über unser Leben entscheiden lassen.

 

Der wassermännische Freiheitsgedanke ist keine Selbstverständlichkeit, sondern braucht immer die Wachsamkeit derer, die diese Freiheit beanspruchen. Große Teile der westlichen Völker merken das nun immer deutlicher, dass viele Regierungen Freude daran gefunden haben, uns unveräußerliche Grundrechte wie selbstverständlich zu entziehen und sie nur gegen Wohlverhalten und Befolgen neu eingeführter Regeln teilweise zurückzugeben – immer mit der Option, dass sie den Menschen jederzeit wieder entzogen werden können. Der Geist der Freiheit ist damit gestorben und durch das Prinzip von Belohnung und Bestrafung bei Wohlverhalten bzw. Zuwiderhandlungen ersetzt worden, was auch eine Manifestation des Quadrats zwischen Saturn im Wassermann und Uranus im Stier ist. Wie damals vor 500 Jahren die Bauern gegen die Kirche aufstanden, werden auch wir nun um unsere Freiheit kämpfen müssen.

 

Dabei haben wir Lilith in Zwillinge an unserer Seite, die Wahrheiten unterstützt und Lügen aufdeckt. Die uns derzeit in Atem haltende Hochwasserkatastrophe deckt ebenfalls diese Themen wie unter einem Brennglas auf. Wir werden konfrontiert mit den Schwachpunkten unseres Miteinanders, aber auch damit, dass in großer Not in kürzester Zeit unerwartete Hilfe (Uranus/Neptun/Wassermann) aus der Bevölkerung kommt. Es macht Mut, zu sehen, dass Vertrauen am ehesten dort angebracht ist, wo wir es am wenigsten gesucht hätten. Der „Amtsschimmel“ (Saturn/Steinbock)  hat sich jedenfalls in seiner schwerfälligen Umständlichkeit nicht bewährt. Auch das ist im Ergebnis eine wichtige und lohnende Erkenntnis in Bezug auf die wassermännische Bewusstseinserweiterung. Schließen wir uns doch mit Menschen gleicher Wellenlänge zusammen! Viele neue Gemeinschaften entstehen in der letzten Zeit als Reaktion auf eine zutiefst verunsichernde Gesamtsituation. Die Gruppenzugehörigkeit  bringt gegenseitige Unterstützung und Hilfe, schützt vor dem Gefühl der Angst und macht uns immun gegen Angriffe von außen. Eine solche Gemeinschaft stärkt den Zusammenhalt aller Mitglieder und unser vielzitiertes Immunsystem. Ganz nebenbei hält uns die Freude am Zusammensein jung und lebendig! Machen wir uns gemeinsam auf den Weg in die Zukunft, in eine neue Welt, die durch unsere Kreativität, unseren Mut, unsere Liebe und unser Vertrauen Schritt für Schritt entsteht. Wir werden uns dort begegnen!

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

Neumondhoroskop für München
Neumondhoroskop für München

 

Neumond am 10.07.2021 um 03:17 Uhr

 

Ein bedeutsamer Neumond auf 18 Grad im Tierkreiszeichen Krebs, der mit den vier rückläufigen Planeten Neptun und Jupiter in Fische, Saturn im Wassermann und Pluto im Steinbock verbunden ist. Mit der Sommersonnenwende am 21. Juni 2021, also dem Wechsel der Sonne vom Luftzeichen Zwillinge in das Wasserzeichen Krebs, begann der an Intensität gewinnende Rückzug ins Innere, der seinen Höhepunkt am 21. Dezember 2021 mit der Wintersonnenwende erreicht. Obwohl wir zurzeit noch nicht viel davon merken, werden die Tage von Woche zu Woche kürzer und die Nächte länger. Auch wenn wir mit unserer künstlichen Beleuchtung weitgehende Helligkeit schaffen, bleibt das Wissen um diese Prozesse im Unterbewusstsein erhalten. Die Leichtigkeit und Frische des Zeichens Zwillinge wird abgelöst vom Schutzbedürfnis des Krebses, der Feinfühligkeit, mit der er seine Umwelt erlebt und wahrnimmt. Wer jemals in dieser Jahreszeit die nördlichen Teile von Schweden, Finnland und Norwegen bereiste, kann berichten von kaum endenden Tagen und fast magisch anmutenden hellen Nächten. Die Menschen sind berauscht – zum Teil vom reichlich fließenden Alkohol, aber vor allem von der Freude, die Sonne noch ausgiebig zu feiern, die sich schon sehr bald zurückziehen wird, was dort wesentlich schneller lange Phasen der Dunkelheit mit sich bringt, als wir sie kennen.

 

Dieser Wechsel in der Natur bringt im Krebszeichen mit sich, dass Stimmungen und Gefühle uns die innere Seelenlandschaft stärker erleben lassen. Das Leben jenseits von Städten mit Heizpilzen und Dauerbeleuchtung verlagert sich in die Häuser und Wohnungen, wir rücken wieder näher zusammen –, und der Anfang dazu wird bereits jetzt gemacht. Die Aspekte des Neumondes zu den rückläufigen Planeten unterstreichen die Notwendigkeit, langfristig angelegte Pläne noch einmal unter die Lupe zu nehmen, auf ihre Machbarkeit zu prüfen, gegebenenfalls abzuändern, manchmal auch aufzugeben. nsgesamt geht es gemäß dem Neumond in Haus 2 um das, was uns wertvoll und wichtig ist, ob wir unseren Werten gemäß leben, unsere Überzeugungen würdigen, indem wir unser Leben danach ausrichten. Das betrifft auch unsere Beziehungen.

 

Die Planeten Venus und Mars begegnen sich am 13. Juli 2021 in einer Konjunktion auf knapp 20 Grad Löwe und beginnen damit einen neuen Umlauf durch den Tierkreis. Es kann bei dieser Konstellation zu Neuanfängen, aber auch zu Trennungen kommen. Entsprechen Beziehungen unserem eigenen und einem gemeinsamen Entwicklungsziel, dürften neue, wachstumsorientierte Impulse von dieser Konjunktion ausgehen. Beziehungen, die schon längere Zeit ohne wirkliche innere Verbindung dahindümpeln, uns nicht mehr tragen und kein Ort der Geborgenheit sind, stehen die Zeichen auf Trennung. Das mag bitter sein, sich ein Scheitern einzugestehen, ist aber ein notwendiger Schritt, um eine Änderung herbeizuführen, die allen Beteiligten einen Neuanfang ermöglicht. Krampfhaftes Festhalten, wenn keine gemeinsame Basis und vor allem auch keine gemeinsamen Zukunftspläne vorhanden sind, verlängert das Leid, kostet Zeit und Energie, die besser für eine saubere Trennung eingesetzt werden. Die Würdigung der gemeinsam verbrachten Zeitspanne und ein bewusster Abschied – auch die dazugehörende gemeinsame Trauer – sind Vorbedingungen, um in guter Weise getrennte Lebenswege zu gehen. Ein solcher Prozess lässt uns reifen und legt den Keim für neue, erfüllende Verbindungen.

 

Nach wie vor bestimmt weiterhin das Quadrat zwischen Uranus im Stier und Saturn im Wassermann das Geschehen. Es mag sein, dass wir uns ausgebremst fühlen, neue Projekte in die Tat umzusetzen. Vielleicht gibt es äußere Hindernisse, die uns darauf aufmerksam machen, dass die Pläne noch nicht ausgereift sind. Vielleicht begegnen wir auch inneren Ängsten und Befürchtungen, mit denen wir uns beschäftigen sollten, damit sie nicht zu unüberwindbaren Hürden werden. Da Uranus am 20. August ebenfalls rückläufig wird, müssen wir keine Entscheidung übers Knie brechen. Gehen wir einfach mit der Zeitqualität und bringen etwas Gelassenheit in unser Leben, falls Hektik oder Druck überhand nehmen. Niemals dürfen wir vergessen, Inseln zu schaffen, um unser ganz normales Leben zu führen – fernab von allen Aufregungen, die uns schon zu lange begleiten. Spaziergänge oder Wanderungen in der Natur helfen uns, aus den diversen Gedankenmühlen auszusteigen, dem Geist Erholung zu bieten und uns zu erden. Im Garten pflanzen und ernten, in Ruhe etwas Gutes kochen, an einer Töpferscheibe mit Ton kreativ sein, laute Reggae-Musik hören und mittanzen – es gibt so viele Möglichkeiten, wie wir alleine oder mit Freunden auftanken können. Nutzen wir sie öfter als bisher, denn auch der seelischen Gesundheit sollten wir Beachtung schenken!

 

©Helga Eichner

 

 

 

 

Vollmondhoroskop für München
Vollmondhoroskop für München

 

Vollmond am 24.06.2021 um 20:40 Uhr

 

Der heutige Vollmond wird uns wieder größer und heller erscheinen, da er sich in Erdnähe befindet. Mond und Sonne stehen sich auf knapp 3 ½ Grad gegenüber: der Mond im Zeichen Steinbock, die Sonne im Gegenzeichen Krebs. Auch befinden sich dort die Venus auf 27 Grad Krebs in Opposition zum rückläufigen Pluto auf 26 Grad Steinbock. Damit stehen sich die Elemente Erde und Wasser in doppelter Besetzung gegenüber, was, wenn die Bewohner dieser Zeichen sich ergänzen, ein durchaus fruchtbares Geschehen in Gang setzen kann. Anderenfalls würde das Wasser die Erde aufschwemmen, was die Gefahr von Erdrutschen mit sich bringt oder eine Ausschwemmung der Nährstoffe in der Erde mit der Folge von Missernten. Beides ist potenziell lebensbedrohlich! Da in unseren Breitengraden das erste Haus (die gesunde Entwicklung des Ichs) und das siebte Haus (gesunde Beziehungen zu Menschen, denen wir uns sehr verbunden fühlen) betroffen sind, stehen bei diesem Vollmond die Themen Eigenentwicklung und Beziehungen im Vordergrund.

 

Sehr gut passt dazu der Text aus den sabischen Symbolen, und zwar zu den Zeichen Krebs (Sonne und Venus) sowie Steinbock (Mond und Pluto):

 

4 Grad Krebs: Das Schlüsselwort lautet Rechtfertigung. Positiv ausgedrückt, symbolisiert dieser Grad die Fähigkeit, andere von den eigenen Motiven zu überzeugen und sie zur Mithilfe zu bewegen. Negativ ausgedrückt, ist ein unendlicher Streit um den Sinn der Dinge angedeutet.

 

4 Grad Steinbock: Das Schlüsselwort lautet Ordnung. Positiv ausgedrückt, symbolisiert dieser Grad die Fähigkeit, in alltäglichen Dingen auf Beziehungen zu anderen Menschen zurückgreifen zu können. Negativ ausgedrückt, ist die Unfähigkeit angedeutet, mit irgend jemand auszukommen.

 

Durch die Verspätung dieser Horoskopdeutung kann ich nun anhand eines wichtigen Ereignisses am Tag des Vollmondes aufzeigen, wie exakt bedeutende Weichenstellungen mit astrologischen Gegebenheiten zusammentreffen können. An diesem Vollmondtag wurden vom Deutschen Bundestag erneut Änderungen am IfSG vorgenommen. Zitat aus den Dokumenten des Bundestages: „Diese [Änderungen] besagen unter anderem, dass eine aufgrund des Infektionsschutzgesetzes erlassene Rechtsverordnung spätestens ein Jahr nach der Aufhebung der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite durch den Deutschen Bundestag außer Kraft tritt. Bis zu ihrem Außerkrafttreten können solche Rechtsverordnungen auch nach Aufhebung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite geändert werden.“ Und an anderer Stelle: „Im Rahmen einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite können ab sofort wichtige Grundrechte der Bürger außer Kraft gesetzt werden ohne Zustimmung des Bundestages und Bundesrates. Das betrifft die Grundrechte der körperlichen Unversehrtheit, der Freiheit der Person, der Freizügigkeit und der Unverletzlichkeit der Wohnung.“ Die namentliche Abstimmung für diese Änderungen unter dem irreführenden Titel „Vereinheitlichung des Stiftungsrechts“ fand spätabends von 22:27 bis 23:00 Uhr statt, also genau 107 Minuten nach der exakten Opposition von Sonne und Mond.

 

Es geht hier lediglich um eine neutrale Schilderung der astrologischen Konstellationen zu diesem Zeitpunkt! Sonne und Venus stehen im Krebs, dem Zeichen für Geborgenheit und Schutz, Intimität der Familie und der eigenen Wohnung. Hier kann sich die Persönlichkeit (Sonne/Venus) entfalten, kann Kraft schöpfen und sich regenerieren. Mond und Pluto (rückläufig!) befinden sich im Steinbock, dem Zeichen für den Staat und seine Gesetze, für Machtausübung (Pluto) und die Befindlichkeit der Bevölkerung (Mond). Ob diese Konstellation als übergriffig oder als angemessen empfunden wird, hängt vom Angstlevel und dem Sicherheitsbedürfnis des Einzelnen ab sowie vom individuellen Freiheitsbedürfnis. In jedem Fall besteht hier ein gewaltiges Konfliktpotenzial, weil mit dem Vollmond eine Bilanzphase angezeigt ist, die mögliche Änderungen nach sich ziehen kann. Es wird interessant sein, die Situation bis und zum Neumond zu beobachten.

 

Grundsätzlich geht es um die Frage, ob wir unseren Fokus auf ein materielles (Stier) oder ein geistig-spirituelles (Wassermann) Prinzip lenken wollen. Das Quadrat zwischen Saturn im Wassermann und Uranus im Stier, das am 15.06.2021 zum zweiten Mal exakt wurde, spiegelt uns genau diese Fragestellung wider. Beide Planeten haben sich im Haus des jeweils anderen Planeten eingerichtet;  der Erdplanet Saturn wohnt im Haus des Geistprinzips Wassermann, und dieser bewohnt das Haus des Erdprinzips Stier. Als bestes Beispiel für diese Konstellation fällt mir Goethes „Faust“ ein. Der die Gesetze des Universums studierende Dr. Faustus ist des Studierens müde, denn er findet keinen Weg hinaus, keine endgültige Lösung für seine Fragen. Da begegnet er dem Teufel in Gestalt von Mephisto, der ihm ein spannendes Leben mit vielen Freunden, gutem Essen, vorzüglichen Weinen, hübschen Frauen und jeder Menge Spaß verspricht. Ein ganzes Jahr lang. Die einzige Bedingung: Der Teufel verlangt nach diesem Jahr Fausts Seele! Wir wissen und können nachlesen, wie dieser Deal ausging! Mein Eindruck ist, dass Goethes wunderbare Erzählung Parallelen zu unserer aktuellen Situation enthält. Zum dritten und letzten Mal wird das Saturn/Uranus-Quadrat am 24.12.2021 exakt. Bis dahin sollten wir eine individuelle Antwort gefunden haben.

 

©Helga Eichner

 

 

 

 

Horoskop für München erstellt
Horoskop für München erstellt

 

Jupiter/Saturn-Konjunktion  am 21.12.2020 um 19:21 Uhr

 

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Immanuel Kant)

 

Mit diesem Zitat hatte ich am 12.01.2020 meinen Artikel zur Saturn/Pluto-Konjunktion beendet und dazu bemerkt: „Dieser Satz, auch als kategorischer Imperativ bekannt, stellt ein ethisches Grundprinzip dar, das eine Richtschnur für alles menschliche Handeln sein könnte und sollte. Ja, das ist manchmal unbequem, aber es entspricht sinngemäß absolut dem Zusammengehen von Saturn und Pluto. Beide würden dann zwar arbeitslos – aber welch ein schöner Gedanke ist dies für die beginnende neue Epoche!“

 

Gleich vorweg: Arbeitslos wurden Saturn und Pluto nicht, im Gegenteil mussten sie Sonderschichten einlegen, um die Fülle an Regeln, Verordnungen und Gesetzen zu gebären, was vor allem dem Machtpotenzial (Pluto) zu einem exponentiellen Wachstum (Jupiter) verhalf. Dabei entwickelten beide Prinzipien eine beachtliche Kreativität, bei der Pluto nach langer Zeit wieder einige seiner Lieblingsbetätigungen neu auflegen durfte, zum Beispiel die der Diffamierung.

 

Ohne dass wir damals ahnten, welche Überraschungen uns das Jahr 2020 im weiteren Verlauf präsentieren würde, schwappten bereits Mitte Januar die ersten Anzeichen für eine krasse Kehrtwende aus China nach Europa hinein. Seit Mitte März, also vor neun Monaten, spürten wir am eigenen Leib, dass die Vorstellung, getrennt von anderen Nationen, Völkern und Menschen leben zu können, eine Illusion aus Neptuns Reich ist. Auf ungewöhnlich harte Art und Weise dürfte auch dem letzten Zweifler klargeworden sein, dass WIR ALLE auf diesem Planeten miteinander verbunden, dass wir EINS sind. Umso fleißiger wurden Versuche unternommen, mit Grenzschließungen (Saturn) und Einschränkungen (Saturn) der Reisefreiheit (Jupiter, Merkur) die unsichtbare Bedrohung durch winzig kleine Viren abzuwenden. Je nach der politischen Struktur einzelner Länder wurden Menschen in ihren Häusern eingeschlossen, mindestens jedoch einer weitgehenden Bewegungs- und Kontaktbeschränkung unterzogen. Viele Geschäfte mussten schließen, Mitarbeiter ins Homeoffice und Kinder in den Distanzunterricht am heimischen Rechner gehen. Alte Menschen in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen wurden ohne Besuch von Angehörigen und Freunden wochenlang in ihren kleinen Zimmern isoliert. Selbst bei Kranken und Sterbenden waren zunächst keine Ausnahmen möglich, was später in Extremfällen unter massivem Druck der Straße mindestens für Sterbende gelockert wurde. Auch in diesem Geschehen finden wir durchgängig die Handschrift von Saturn, teils in Verbindung mit Pluto. Dabei mögen manche Protagonisten von zunächst ehrlichen Motiven geleitet worden sein, was am tatsächlichen Ergebnis jedoch nichts ändert.

 

In der Folge der nicht immer durchdachten Maßnahmen kam es im Sommer zur Bildung etlicher Protestbewegungen, was innerhalb kurzer Zeit zu einem tiefen Graben, einem Riss durch Land und Volk führte, der keine neuen Perspektiven mit sich brachte, sondern schmerzlich sichtbar machte, wie weit der Bogen gespannt ist bei den jeweiligen Erwartungen an die „neue Normalität“, die staatlicherseits (Saturn) beworben wurde. Kaum jemals wurde so deutlich, welche verheerende Wirkung es hat, wenn Gespräch und Diskurs aus nicht immer edlen Motiven, die der eigenen Agenda entspringen, verweigert werden. Die Entwicklung machte deutlich, dass Ausgrenzung Konflikte vertieft und niemandem hilft. Im Laufe dieses Jahres entfernten sich Freunde, Kollegen, Nachbarn, ja, sogar Mitglieder ein- und derselben Familie in bisher nicht gekannter Weise voneinander. Saturns Lauf durch sein eigenes Zeichen Steinbock brachte die ganze Härte staatlicher Gewalt und behördlicher Sinnfreiheit – seien sie noch so gut verpackt oder auch offen sichtbar – zum Vorschein, gegen die sich zunehmende Teile der Bevölkerung zur Wehr setzten. Ein mehr als besorgniserregender Zustand, der einer Vorstufe zum Bürgerkrieg  ähnelt (Mars/Pluto).

 

Nun, am Ende dieses chaotischen Jahres, haben Jupiter und Saturn ihren Weg im Steinbock beendet und sind in das unabhängige, freiheitsliebende Zeichen Wassermann umgezogen. Dort treffen sie sich am 21. Dezember 2020 auf 0 Grad 29 zu einer großen, bedeutsamen Konjunktion, die dem Eintritt der Gesellschaft als Ganzes, ebenso jedes Individuums in eine neue Ära des menschlichen Bewusstseins entsprechen kann. Dass ich hier den Konjunktiv wähle, hat den Grund darin, dass ein solcher Schritt den Mut voraussetzt, ein neues Denken zuzulassen.  Das beinhaltet, dass sich alle Menschen ihrer eigenen Fähigkeiten zum Informieren, Beurteilen, Denken und Entscheiden bewusst werden und danach handeln. Fatal wäre es, diese weiterhin auf eine Heilsbringerin oder einen Heilsbringer zu projizieren. Wir sind schon seit längerer Zeit gefordert, Stellung zu beziehen und diese zu begründen – abseits der Neigung, vorgekaute Meinungen zu konsumieren. Im Horoskop der Jupiter/Saturn-Konjunktion steht die Sonne auf dem Anfangsgrad im Steinbock in enger Konjunktion mit Merkur, dem Prinzip des Handels, der Kommunikation, aber auch der Tricks und Kniffe zu seinen Gunsten. Beide Planeten sind durch ein Halbsextil mit der Stellung von Jupiter/Saturn im Wassermann verbunden, die ihrerseits zunehmenden Abstand zu Pluto im Steinbock und damit zu dessen Machtbereich haben.

 

Auch wenn hinter dem Leid der Menschen ein tieferer Sinn steckt, was die Verbindung von Chiron in Widder im angenehmen Trigonaspekt zur Schütze-Venus nahelegt, bleibt es Aufgabe jedes Einzelnen, zurückzufinden zu einem wohlwollenden Verständnis für alle Positionen, die zum Ausdruck gebracht werden, ohne zu werten und/oder zu bewerten. Die Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit sondern ein Wert, dessen wir uns wieder bewusst werden sollten und den wir immer neu verteidigen müssen. Sie lebt davon, dass Meinungen offen geäußert werden dürfen, ohne dass sie zensiert, gelöscht, verteufelt oder verboten werden. Es braucht eine Haltung zu allem, was uns begegnet, wie sie Liebende einnehmen. Sie urteilen und beurteilen nicht, sondern lassen sich im besten Sinne überraschen von dem Neuen, was sich ihnen zeigt. Es ist eine zugewandte Bedingungslosigkeit, die trotzdem bei sich selbst bleibt und auf die eigenen Gefühle achtet, die untrügliche Zeichen senden, sobald wir uns auf diese Ebene einlassen. Die schöngeistige Venus im Schützen wirft einen Bewusstmachungsaspekt auf die exakte Konjunktion zwischen Uranus und Lilith im Stier im Bereich der öffentlichen Darstellung. Kultur und Kunst helfen uns dabei, über uns hinauszuwachsen, die eigenen Grenzen zu überwinden und bewusst mit unseren Zukunftsvisionen hinauszugehen in die Welt. Nicht Technokratie und Gesundheitsfetischismus werden unsere Leben retten, sondern liebende Verbundenheit und Hingabe an eine lebendige, fühlende Welt, die unsere Seele nährt zu unserem eigenen und dem Wohle aller Wesen, die hier mit uns gemeinsam leben. Mit dieser „neuen Normalität“ können wir noch so tiefe Gräben zuschütten und allem neu begegnen. Wir sehen uns!!!

 

© Helga Eichner

 

 

 

Horoskop für München erstellt
Horoskop für München erstellt

Saturn/Pluto-Konjunktion im Steinbockzeichen am 12. Januar 2020

um 18:00 Uhr

 

Man kann der Verantwortung für morgen nicht entkommen,

 indem man sich ihr heute entzieht.

                       (Abraham Lincoln)

 

Nun ist sie da, die von Vielen sehnsüchtig bis angstvoll erwartete Konjunktion von Saturn und Pluto als Beginn einer neuen Epoche! Heute, am 12. Januar 2020, treffen sich beide Planeten um 18:00 Uhr auf 22°46 im Tierkreiszeichen Steinbock. Dazu gesellt sich die Sonne auf 21°56‘ und Merkur auf 23°14 Steinbock, so dass wir es mit einem enggestellten Stellium mit hoher Energie zu tun haben. Für Neuanfänge, die jede Konjunktion begleiten, stellt dies eine gute Ausgangsbasis dar. Dass aller Anfang nicht nur schwer ist, sondern oft auch im Chaos beginnt, zeigt uns das Aspektbild mit ausnahmslos offenen Strichen, die sich kreuz und quer fast orientierungslos über die Mitte des Horoskops ziehen. Das Zusammenspiel klappt scheinbar noch nicht so gut, es muss erst gefunden werden.

 

Die letzte Konjunktion fand im Jahre 1982 auf 26°Waage statt, die letzte Konjunktion im Steinbockzeichen jedoch bereits vor 502 Jahren. Zu dem Zeitpunkt formulierte Martin Luther seine revolutionären Thesen gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche, schlug sie öffentlich an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg und löste damit gewaltige Umbrüche in Kirche und Staat aus. Wer mit offenen Augen schaut, wird eine dem Wesen nach ähnliche Situation in der Gegenwart erkennen, die jedoch nicht auf unser kleines Land begrenzt ist. Dank der modernen Kommunikationskanäle werden wir täglich Zeuge von Naturkatastrophen, Unruhen, Kriegen und „schwerer See“ rund um den Globus. Früher war es die Sklavenhaltung und Politik der Feudalherren, die unsägliches Leid über große Teile der Menschheit brachten. Heute nimmt diesen Platz die weltweite Politik der Globalisierung ein, die Menschen hungern lässt, die die Ausbeutung der Bodenschätze in nie geahnter Hektik vorantreibt, so dass sich viele Menschen gezwungen sehen, ihr Heimatland zu verlassen, um anderenorts wenigstens eine kleine Chance auf Nahrung, Bildung und Arbeit zu haben.

 

Alle Zeichen stehen auf Veränderung, was zusätzlich dadurch befeuert wird, dass Uranus gestern, am 11. Januar 2020 um 02:49 Uhr, seine fünfmonatige Rückläufigkeit beendet hat und nun in der Direktläufigkeit für den notwendigen Rückenwind sorgen wird. Im Horoskop der Saturn/Pluto-Konjunktion steht er auf 2°39‘ im Stierzeichen als Taktgeber ganz oben in der Himmelsmitte. In den letzten Tagen gab es genügend Gelegenheit, sich von seiner erwachenden Aktivität zu überzeugen. Ein Aspekt zum Schütze-Mars erklärt die im Hintergrund lauernde Kriegsgefahr, aktuell im Nahen Osten zwischen Iran und den USA.

 

Was kann diese Konstellation nun für uns im persönlichen Leben bedeuten? Wir assoziieren Saturn mit Selbstverwirklichung, an deren Anfang jedoch die Selbstdisziplin steht, um mit anderen Menschen in einer Gruppe leben zu können. Er steht ebenfalls für die Übernahme von Verantwortung für uns selbst und für die Menschen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Saturn ist in erster Linie ein überpersönlicher Planet, was bedeutet, dass es vor allem um das Wohl der Gruppe geht, zum Beispiel die Familie, der Freundeskreis, die Kollegen in der Arbeitsstelle, aber auch das einer Firma oder Organisation. Hier endet im Zweifel das Recht des Einzelnen, wenn dadurch das Bestehen oder Wohlergehen einer Gruppe gefährdet wird. Welcher individuelle Lebensbereich davon betroffen ist, sehen wir im jeweiligen Geburtshoroskop an der Häuserstellung, in der die große Konjunktion fällt.

 

Pluto stellt uns große Kraftreserven zur Verfügung, die im Zusammenhang mit saturnischen Lebensthemen hilfreich eingesetzt werden können. Sträuben wir uns jedoch, diese Veränderungsprozesse zu akzeptieren, dann müssen sie von außen an uns herangetragen werden, wo wir zum Beispiel mit dem Themenpaar Macht/Ohnmacht als Täter oder Opfer konfrontiert werden könnten. Pluto, der auch als Gott der Unterwelt gilt, konfrontiert uns mit Themen wie Loslassen (von Dingen) und Beenden (von Situationen oder Ereignissen). Er fordert Bereitschaft zu lebenslanger Veränderung, damit wir weiterwachsen, uns einem höheren Bewusstsein öffnen.

 

Vor einigen Tagen hörte ich in einer Kabarettsendung eine witzige Passage zu Kreuzworträtseln: Wenn man sie nicht lösen kann, gibt es genau zwei Möglichkeiten. Man gibt sich Mühe, um die Lösung zu finden oder kauft sich ein Malbuch. Ich finde, dass dieses Beispiel perfekt unsere beiden Möglichkeiten skizziert, mit Veränderungsenergien umzugehen. Es kostet vielleicht Anstrengung, die Themen, die uns dieser Epochenwechsel aufgibt, zu lösen, aber es wird uns weiterbringen und zufriedener machen. Wir sind am Ende nicht mehr die, als die wir begonnen haben. Wählen wir den Buntstift und malen uns die Welt, wie sie uns gefällt, so ist das zwar als Kinderbuch ganz lustig. Im wirklichen Leben wird diese Methode nicht taugen, um Pluto zu überzeugen. Wir drehen uns dabei ständig um unsere eigene Achse, weichen unseren Lebensthemen aus, wobei bestenfalls ein Stillstand dabei herauskommt. Dass Stillstand aber Rückschritt bedeutet, wissen wir alle sehr gut.

 

Der Wille, etwas zu bewegen, führt uns vielleicht zu der Frage, wie wir handeln könnten? Eine Antwort habe ich bei dem großen Denker und Philosophen Immanuel Kant gefunden: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Dieser Satz, auch als kategorischer Imperativ bekannt, stellt ein ethisches Grundprinzip dar, das eine Richtschnur für alles menschliche Handeln sein könnte und sollte. Ja, das ist manchmal unbequem, aber es entspricht sinngemäß absolut dem Zusammengehen von Saturn und Pluto. Beide würden dann zwar arbeitslos – aber welch ein schöner Gedanke ist dies für die beginnende neue Epoche!

 

© Helga Eichner