Neumondhoroskop für München
Neumondhoroskop für München

Neumond am 21.06.2020 um 08:41 Uhr

 

 

 

„Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt zu leben.“

(Antoine de Saint-Exupéry)

 

Nur 1 Grad 15 trennt den Neumond auf 0 Grad 21 Krebs vom aufsteigenden Mondknoten auf 29 Grad 06 Zwillinge. Wir erleben eine ringförmige Sonnenfinsternis, die jedoch bei uns wegen der Tageszeit nicht sichtbar sein wird. Sonne und Mond bilden zudem einen gradgenauen Quinkunx-Aspekt  zu Saturn auf 0 Grad 40 Wassermann, der aufgrund seiner Rückläufigkeit am 02.07.2020 um 01:40 Uhr seinen Abschiedsbesuch im Steinbockzeichen beginnt. Erst am 17.12.2020 um 06:04 Uhr wird er in direktläufiger Richtung endgültig in den Wassermann umziehen. Bis dahin hat er über fünf Monate Zeit, um im Sinne des Steinbockzeichens Ordnung zu schaffen, die uns im Wassermann zu neuer, hoffentlich größerer Freiheit führen wird. Jupiter und Pluto, beide rückläufig auf 25 Grad 07 bzw. 24 Grad 18, bereiten sich auf ihr zweites Rendezvous in diesem Jahr am 30.06.2020 um 08:23 Uhr vor. Das dritte und letzte Zusammentreffen dieser beiden Hauptdarsteller wird am 12.11.2020 um 22:18 Uhr stattfinden, wenn beide Planeten wieder direktläufig sind. Zum jetzigen Zeitpunkt kann damit gerechnet werden, dass Auseinandersetzungen und Machtkämpfe zunehmen, die sich um ethische, kulturelle, religiöse, wirtschaftliche und politische Inhalte drehen. Die Schnelligkeit, mit der sich die Ereignisse überschlagen, lässt meines Erachtens heute noch keine Aussage zu, mit welchen äußeren Erscheinungsformen wir rechnen können. Zum Vollmond am 05.07.2020 könnte eher ersichtlich sein, in welche Richtung sich der Wind dreht.

 

Von besonderer Bedeutung dürfte der seit dem 18.06.2020 rückläufige Merkur sein, denn er steht auf 14 Grad 24 Krebs im Neumondhoroskop wie ebenfalls in Quarantäne ohne Aspekte zu anderen Planeten. Wirtschaft, Handel, Verträge und Kommunikation werden einer Revision unterzogen mit dem Ziel, aufzuräumen mit allem, was ungeprüft aus der Vergangenheit übernommen wurde, aus Sicht der weiterführenden Evolutionsprozesse aber oft einen Hemmschuh darstellt. Wir sind aufgefordert, wieder über die Bücher zu gehen und ohne große Emotionen eine Bilanz zu erstellen, die oft bereits erkannten Schwachstellen auszumerzen und zu überlegen, wie wir neue Ideen entwickeln können. Dafür ist es in erster Linie wichtig, Ziele zu formulieren, die es wert sind, erreicht zu werden. Das obenstehende Zitat eignet sich bestimmt gut als Richtschnur und Taktgeber.

 

Vor welche Aufgaben stellen uns nun Neumond und Sonnenfinsternis? Im Sinne des aufsteigenden Mondknotens, der nun das Zwillingszeichen durchwandert, geht es um die Zukunftsfähigkeit weltweiter und persönlicher Kommunikation, Internet, Datennutzung, die Rolle von Medien, ebenso um Gedankenaustausch über und Sinnhaftigkeit von Gemeinschaftsprojekten. In all diesen Bereichen sehen wir deutlichen Veränderungsbedarf. Denken wir nur an die Probleme, die zuhause  unterrichtete Schüler zu bewältigen hatten, seien es fehlende Computer-Equipments, ungenügende Videochats zwischen Lehrkräften und Schülern, überforderte Eltern, die selbst im Home-Office arbeiten mussten, zu enge Wohnungen für ganze Familien in Quarantäne. Es schien oft alles aus dem Ruder zu laufen, weil die wenigsten Menschen in so kurzer Zeit ihre eingespielten Tagesabläufe umschmeißen und von Null auf Hundert durchstarten konnten in eine neue digitale Welt. Dazu kam die durch Politik und Medien geschürte subjektive Angst vor einem scheinbar unberechenbaren, bösartigen Virus, die durch den Druck der täglich vorgetragenen Statistiken immer wieder angeheizt wurde. Die physischen und psychischen Nachwirkungen des Lockdowns mit der verordneten Ausgangsbeschränkung, Maskenpflicht und Kontaktabstinenz werden sich wohl erst zum Jahresende und im nächsten Jahr zeigen und die Gemüter erhitzen.

 

In einem Video trug ein renommierter Wissenschaftler überzeugende Gründe vor, dass er als Epidemiologe einen klaren Einblick in die Entwicklung dieser Pandemie hatte. Als betroffener Mensch allerdings sei es ihm teilweise doch recht wechselhaft gegangen. Ich habe etwas Ähnliches bei mir selbst erlebt, denn als Astrologin war ich gut darauf vorbereitet, dass es zu einschneidenden Ereignissen kommen wird, die die Beendigung unserer bisherigen Gewohnheiten nach sich ziehen könnte. Als Mensch hat es mich mehr als einmal ebenso geschüttelt wie Nachbarn, Freunde und Familie um mich herum. Wir sind Gefühlswesen, und als solche brauchen wir Kontakte, Berührungen, Zuspruch und die Gewissheit, füreinander da zu sein. Wir brauchen die ganzen Gesichter mit ihrer Mimik, nicht nur Augen und Haare. Viele Menschen wurden in dieser Situation von unverhofften Erinnerungen an Kriegserlebnisse, Trennungen und tiefste Ängste erinnert, vor allem die älteren Generationen, die noch die letzten Jahre des zweiten Weltkrieges als kleine Kinder erlebt hatten. Mir kam der Vergleich mit Erdbeben, Feuersbrünste oder plötzlichen Vulkanausbrüchen, die uns auch von einem Moment auf den anderen meist ohne Vorwarnung in eine andere Welt versetzen. Blinder Aktionismus wäre hier fehl am Platze, stattdessen muss nach dem ersten Schrecken ein neues Ziel ins Auge gefasst werden, wofür es sich lohnt, die Trümmer zu beseitigen, die Toten zu betrauern, die Verletzten zu versorgen und sich der Nähe von Nachbarn, Freunden und Familie zu versichern. Das gibt uns Halt und Mut zum Aufstehen und Weitermachen. Ich wünsche uns allen und ganz besonders Ihnen diese liebevollen Mitmenschen, mit denen wir gemeinsam eine neue Welt planen dürfen. 

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

Vollmondoroskop für München
Vollmondoroskop für München

Vollmond am 05.06.2020 um 21:12 Uhr

 

Dieser Vollmond findet in der Nähe der Mondknotenachse (29 Grad 56 Zwillinge/Schütze) statt und stellt sich somit als Halbschatten-Mondfinsternis dar. Der Schütze-Mond und die Zwillinge-Sonne stehen sich auf 15 Grad 34 gegenüber und bilden jeweils ein Quadrat zum Planeten Mars auf 15 Grad 52 im Fische Zeichen. Weiterhin besteht ein Anderthalbquadrat von der Sonne zu Jupiter und Pluto im Steinbock. Sonne und rückläufige Venus (12 Grad 18) sind sich vor zwei Tagen im Zeichen Zwillinge begegnet und stehen noch in einer Konjunktion zueinander. Sie werden eingerahmt von einem Sextil zwischen Merkur auf 9 Grad 05 in Krebs und Uranus auf 8 Grad 47 im Stier.

 

Es ist nicht ganz einfach, in dieser wechselhaften Zeit, in der ein Ereignis das nächste zu jagen scheint, den eigenen roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren. An einem Tag spüren wir den Wunsch nach größerer Aktivität, es fällt uns leichter, Dinge anzugehen, die vielleicht schon auf der langen Bank hin- und hergeschoben wurden. Unvermittelt schlägt dann die Stimmung um, wir fühlen uns kraftlos, müde und orientierungslos, so dass der Eindruck entstehen kann, „nichts auf die Reihe zu kriegen“. Dieses anstrengende Hin und Her liegt daran, dass sich nun vier Planeten (Venus, Jupiter, Saturn und Pluto) in ihrer rückläufigen Phase befinden und Neptun sich am 23. Juni ebenfalls dazugesellt. Die vorherrschende Energie ist nicht mehr vorwärts gerichtet, sondern erwartet eine Hinwendung nach innen, auf unsere Gefühle und Gedanken. Eine gute Zeit, um sich im persönlichen Bereich mit ganz banalen Aufräumarbeiten, aber auch mit der gedanklichen Nachbereitung von Geschehnissen und Erfahrungen zu beschäftigen. Die rückläufige Venus ermöglicht in Beziehungsfragen oft weitreichende Klärung der eigenen Haltung zum Partner oder zur Partnerin. Der Fokus liegt auf nicht Gelöstem aus der Vergangenheit, zum Teil auch aus wesentlich früheren Zeiten. Es führt uns weiter, wenn wir genau beobachten, ob unser Verhalten der gegenwärtigen Situation angemessen ist, oder ob wir nach einem Muster handeln, das zu früheren Zeiten verständlich war, nun jedoch überholt ist.

 

In Zeiten der rückläufigen Venus kann es sinnvoll sein, mit alten Erfahrungen aufzuräumen, uns vielleicht nochmal zu vergegenwärtigen, wie wir heute dazu stehen und wie damals getroffene Entscheidungen sich heute auf unser Leben auswirken. Dies gilt auch für alte Verträge und Vereinbarungen, die vielleicht aufgelöst oder angepasst werden müssen, damit sie wieder einen Sinn ergeben. In diesem Zusammenhang gilt es unter Umständen auch, sich von lange gehegten Wunschträumen zu verabschieden und der Realität ins Auge zu blicken. Zum Herbst hin lassen sich die Ergebnisse dieser Überlegungen dann in eine neue Form bringen oder ad acta legen. Die aktuelle Zeitqualität begünstigt Erkenntnisse, die es ermöglichen, allfällige Veränderungen, die unserem heutigen Leben besser entsprechen, vorzubereiten und in die Wege zu leiten.

 

Große Aussagekraft haben erneut die sabischen Symbole dieses Vollmondes, zitiert aus dem Buch „Die sabischen Symbole in der Astrologie“ von Marc Edmund Jones:

16 Grad Zwillinge (Sonne): „ … Positiv ausgedrückt, symbolisiert dieser Grad die unerschütterliche Entschlossenheit, auf allen Ebenen des Seins zu expandieren und sich bis ins letzte Detail an weltweiten Umgestaltungen zu beteiligen. Negativ ausgedrückt, ist eine selbstherrliche Voreingenommenheit angedeutet.“

16 Grad Schütze (Mond): „ … Positiv ausgedrückt, symbolisiert dieser Grad die Gabe, gegebene Situationen wunschgemäß umzugestalten. Negativ ausgedrückt, sind überzogene Erwartungen angedeutet.“

 

Die Ereignisse dieser Zeitspanne sind äußerst herausfordernd, aufreibend und bringen viele Menschen an den Rand des Erträglichen. Beispielhaft erwähne ich den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd durch weiße Polizisten, der rund um den Globus erschüttert hat. Der Alltag gewordene Rassismus hat in vielen Ländern Tote und Verletzte gefordert, auch in Deutschland. Manchmal wird aber ein Vorkommnis zu einem Fanal, das eine Wende einläutet, wenn es haargenau zur herrschenden Zeitqualität passt. Es scheint so, dass der Tod dieses Menschen genau den Scheitelpunkt einer Entwicklung darstellen könnte. Die Macht und Stärke der nun seit zehn Tagen fortgesetzten Demonstrationen zeigt die starke Sehnsucht nach einer Welt ohne Diskriminierung, ohne Rassismus, ohne Sexismus und ohne Hunger, Vertreibung und Flucht. Der Wunsch nach dieser anderen Welt führt in Amerika Demonstranten und Polizisten in berührenden Szenen zusammen. Unterstützen wir diese Energie, damit sie sich über alle Kontinente ausbreitet und Frieden für die Erde und ihre Bewohner schafft!

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

Neumondhoroskop für München
Neumondhoroskop für München

Neumond am 22.05.2020 um 19:39 Uhr

 

Nachdem am 20.05.2020 die Sonne in das Zeichen der Zwillinge eingetreten ist und dort für insgesamt 30 Tage bleibt, findet zwei Tage später auf 2°04‘ im selben Zeichen ein Neumond statt. Er bildet einen sehr engen Trigonaspekt zu Saturn auf 1°50‘ Wassermann, der in etwas weiterer Konjunktion zu Jupiter auf 27°08‘ und Pluto auf 24°49‘ Steinbock steht. Da Pluto, Jupiter und Saturn rückläufig sind, geht es vor allem um die Aufarbeitung und Überprüfung, wie zukunftstauglich unsere Vorstellungen sind. Das betrifft den Anspruch auf ständiges Wachstum, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen für die Gesellschaft, in der wir leben, und die Verlockungen von Macht und Ohnmacht sowie alle Wandlungsprozesse. Begleitend zu dieser Konstellation fällt ein gradgenaues Quadrat der rückläufigen Venus auf 20°03‘ und Merkur auf 20°49‘ Zwillinge zum Neptun auf 20°41‘ im Zeichen Fische auf. Darauf gehe ich im folgenden Text noch ausführlicher ein.

 

Die Verteilung der Planeten in den Tierkreiszeichen zeigt einen Schwerpunkt auf dem Element Luft, gefolgt von Erde und Wasser. Das Element Feuer ist kaum vorhanden. Nun stellen immer die Faktoren, die in einem Bild fehlen, eine Lernaufgabe dar. Hier steht durch die starke Betonung der Luftzeichen das Denken und Klären sowie die Kommunikation im Vordergrund, nicht das Tun. Es ist wie bei einem Hausbau: Zunächst muss eine Zeichnung nach den Vorstellungen der Bauherren gemacht werden, bevor die Umsetzung begonnen werden kann. Wir befinden uns zurzeit – und sicher über einen längeren Zeitraum hinweg – ebenfalls in einer Planungsphase. Viele Interessen müssen angemeldet und diskutiert werden, es gilt zuzuhören, zu debattieren und irgendwann in diesem Prozess hoffentlich ein Konzept vorzulegen, in das sowohl Architekten, Statiker als auch Behörden einwilligen können. Ist die Finanzierung geklärt, werden die verschiedenen Gewerke ausgeschrieben und vergeben, ein Bauleiter bestimmt, das Material bestellt, die Gerätschaften bereitgestellt und die Arbeiter eingewiesen – erst jetzt kann das eigentliche Bauvorhaben beginnen.

 

Wir befinden uns gerade am Beginn der ersten Planungsphase, die erfordert, dass alle an diesem Vorhaben Beteiligten miteinander reden, sich gegenseitig erklären und zuhören. Die Art der Kommunikation lässt zurzeit sehr zu wünschen übrig, führt eher zu größerer Spaltung und Verwirrung, weil niemand zuhören will, Geduld kleingeschrieben wird und Aggression hoch im Kurs steht. Die rückläufige Venus fordert uns alle auf, zurückzuschauen und herauszufinden, wo wir das gemeinsame Ziel aus den Augen verloren haben. Das Quadrat ist eine nicht zu umgehende Konfrontation mit all dem, was sich uns plötzlich in den Weg stellt. Wir haben es nicht kommen sehen, sind nun jedoch auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, uns mit dieser unangenehmen Situation zu befassen – wenn auch oft „nur“ in unseren Gedanken. Die Lösung liegt nicht im Draufhauen, egal, aus welcher Ecke etwas kommt. Ob wir wollen oder nicht: Wir werden uns mit allen Argumenten, die auf den Tisch kommen, beschäftigen müssen, auch wenn sie uns noch so ungewohnt, fremd oder in unseren Augen absurd erscheinen. Das trifft auf die große, weltumspannende Politik zu, und es trifft auf jeden Einzelnen in seinem persönlichen Umfeld zu.

 

Die sabischen Symbole für diesen Neumond-Grad könnten passender nicht sein. Es heißt dort: „Positiv ausgedrückt, symbolisiert dieser Grad die Anteilnahme an der ganzen Bandbreite jener Befriedigungen, die von Einzelnen und von der ganzen Gesellschaft entwickelt und geschätzt werden. Negativ ausgedrückt, ist der Wunsch angedeutet, andere Menschen der eigenen Selbstsucht zu unterwerfen.“

 

Diese Zeitqualität ist äußerst herausfordernd. Wir können alle mithelfen, dass das Ergebnis nicht in der Fortsetzung des immer Gleichen mit einigen kosmetischen Korrekturen besteht, sondern dass wir unser Lebensumfeld und das aller Menschen auf dieser Erde sozialer, mitfühlender und zukunftsorientierter gestalten. Beethoven hat in seinem Gedicht „Ode an die Freude“ dieser Freude eine menschenverbindende Eigenschaft zugesprochen. Seit fast fünfzig Jahren ist sie die gern gesungene, ergreifende Hymne Europas. Erinnern wir uns daran mit Blick auf die ganze Welt, denn „… alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.

 

© Helga Eichner

 

 

 

 

Horoskop für München erstellt
Horoskop für München erstellt

Saturn/Pluto-Konjunktion im Steinbockzeichen am 12. Januar 2020

um 18:00 Uhr

 

Man kann der Verantwortung für morgen nicht entkommen,

 indem man sich ihr heute entzieht.

                       (Abraham Lincoln)

 

Nun ist sie da, die von Vielen sehnsüchtig bis angstvoll erwartete Konjunktion von Saturn und Pluto als Beginn einer neuen Epoche! Heute, am 12. Januar 2020, treffen sich beide Planeten um 18:00 Uhr auf 22°46 im Tierkreiszeichen Steinbock. Dazu gesellt sich die Sonne auf 21°56‘ und Merkur auf 23°14 Steinbock, so dass wir es mit einem enggestellten Stellium mit hoher Energie zu tun haben. Für Neuanfänge, die jede Konjunktion begleiten, stellt dies eine gute Ausgangsbasis dar. Dass aller Anfang nicht nur schwer ist, sondern oft auch im Chaos beginnt, zeigt uns das Aspektbild mit ausnahmslos offenen Strichen, die sich kreuz und quer fast orientierungslos über die Mitte des Horoskops ziehen. Das Zusammenspiel klappt scheinbar noch nicht so gut, es muss erst gefunden werden.

 

Die letzte Konjunktion fand im Jahre 1982 auf 26°Waage statt, die letzte Konjunktion im Steinbockzeichen jedoch bereits vor 502 Jahren. Zu dem Zeitpunkt formulierte Martin Luther seine revolutionären Thesen gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche, schlug sie öffentlich an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg und löste damit gewaltige Umbrüche in Kirche und Staat aus. Wer mit offenen Augen schaut, wird eine dem Wesen nach ähnliche Situation in der Gegenwart erkennen, die jedoch nicht auf unser kleines Land begrenzt ist. Dank der modernen Kommunikationskanäle werden wir täglich Zeuge von Naturkatastrophen, Unruhen, Kriegen und „schwerer See“ rund um den Globus. Früher war es die Sklavenhaltung und Politik der Feudalherren, die unsägliches Leid über große Teile der Menschheit brachten. Heute nimmt diesen Platz die weltweite Politik der Globalisierung ein, die Menschen hungern lässt, die die Ausbeutung der Bodenschätze in nie geahnter Hektik vorantreibt, so dass sich viele Menschen gezwungen sehen, ihr Heimatland zu verlassen, um anderenorts wenigstens eine kleine Chance auf Nahrung, Bildung und Arbeit zu haben.

 

Alle Zeichen stehen auf Veränderung, was zusätzlich dadurch befeuert wird, dass Uranus gestern, am 11. Januar 2020 um 02:49 Uhr, seine fünfmonatige Rückläufigkeit beendet hat und nun in der Direktläufigkeit für den notwendigen Rückenwind sorgen wird. Im Horoskop der Saturn/Pluto-Konjunktion steht er auf 2°39‘ im Stierzeichen als Taktgeber ganz oben in der Himmelsmitte. In den letzten Tagen gab es genügend Gelegenheit, sich von seiner erwachenden Aktivität zu überzeugen. Ein Aspekt zum Schütze-Mars erklärt die im Hintergrund lauernde Kriegsgefahr, aktuell im Nahen Osten zwischen Iran und den USA.

 

Was kann diese Konstellation nun für uns im persönlichen Leben bedeuten? Wir assoziieren Saturn mit Selbstverwirklichung, an deren Anfang jedoch die Selbstdisziplin steht, um mit anderen Menschen in einer Gruppe leben zu können. Er steht ebenfalls für die Übernahme von Verantwortung für uns selbst und für die Menschen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Saturn ist in erster Linie ein überpersönlicher Planet, was bedeutet, dass es vor allem um das Wohl der Gruppe geht, zum Beispiel die Familie, der Freundeskreis, die Kollegen in der Arbeitsstelle, aber auch das einer Firma oder Organisation. Hier endet im Zweifel das Recht des Einzelnen, wenn dadurch das Bestehen oder Wohlergehen einer Gruppe gefährdet wird. Welcher individuelle Lebensbereich davon betroffen ist, sehen wir im jeweiligen Geburtshoroskop an der Häuserstellung, in der die große Konjunktion fällt.

 

Pluto stellt uns große Kraftreserven zur Verfügung, die im Zusammenhang mit  saturnischen Lebensthemen hilfreich eingesetzt werden können. Sträuben wir uns jedoch, diese Veränderungsprozesse zu akzeptieren, dann müssen sie von außen an uns herangetragen werden, wo wir zum Beispiel mit dem Themenpaar Macht/Ohnmacht als Täter oder Opfer konfrontiert werden könnten. Pluto, der auch als Gott der Unterwelt gilt, konfrontiert uns mit Themen wie Loslassen (von Dingen) und Beenden (von Situationen oder Ereignissen). Er fordert Bereitschaft zu lebenslanger Veränderung, damit wir weiterwachsen, uns einem höheren Bewusstsein öffnen.

 

Vor einigen Tagen hörte ich in einer Kabarettsendung eine witzige Passage zu Kreuzworträtseln: Wenn man sie nicht lösen kann, gibt es genau zwei Möglichkeiten. Man gibt sich Mühe, um die Lösung zu finden oder kauft sich ein Malbuch. Ich finde, dass dieses Beispiel perfekt unsere beiden Möglichkeiten skizziert, mit Veränderungsenergien umzugehen. Es kostet vielleicht Anstrengung, die Themen, die uns dieser Epochenwechsel aufgibt, zu lösen, aber es wird uns weiterbringen und zufriedener machen. Wir sind am Ende nicht mehr die, als die wir begonnen haben. Wählen wir den Buntstift und malen uns die Welt, wie sie uns gefällt, so ist das zwar als Kinderbuch ganz lustig. Im wirklichen Leben wird diese Methode nicht taugen, um Pluto zu überzeugen. Wir drehen uns dabei ständig um unsere eigene Achse, weichen unseren Lebensthemen aus, wobei bestenfalls ein Stillstand dabei herauskommt. Dass Stillstand aber Rückschritt bedeutet, wissen wir alle sehr gut.

 

Der Wille, etwas zu bewegen, führt uns vielleicht zu der Frage, wie wir handeln könnten? Eine Antwort habe ich bei dem großen Denker und Philosophen Immanuel Kant gefunden: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Dieser Satz, auch als kategorischer Imperativ bekannt, stellt ein ethisches Grundprinzip dar, das eine Richtschnur für alles menschliche Handeln sein könnte und sollte. Ja, das ist manchmal unbequem, aber es entspricht sinngemäß absolut dem Zusammengehen von Saturn und Pluto. Beide würden dann zwar arbeitslos – aber welch ein schöner Gedanke ist dies für die beginnende neue Epoche!

 

© Helga Eichner